Reisemedizin

In Ländern mit Typhusrisiko ist die Impfung zu erwägen

Typhus-Risiken gibt es vor allem in Afrika, Südamerika und Süd(ost)asien. Bei Reisen in Endemiegebiete ist gute Hygiene wichtig.

Von Dr. Sandra Witteck und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:

Der Typhus-Erreger Salmonella enterica Serovar Typhi ist weltweit verbreitet; das einzige Reservoir des Bakteriums ist der Mensch. Mangelhafte Hygienestandards begünstigen Ausbrüche vor allem in Afrika, Südamerika und Süd(ost)asien.

Aktuell häufen sich in der Stadt Gweru im Zentrum Simbabwes in Südostafrika die Erkrankungen. Im Juli und August wurden dort mehr als 1680 Verdachtsfälle gemeldet, acht Menschen sind gestorben, berichtet die WHO.

Eine Infektion erfolgt fäkal-oral, meist über kontaminiertes Wasser oder kontaminierte Lebensmitteln. Nach meist ein bis zwei Wochen Inkubationszeit treten zunächst unspezifische Beschwerden auf, begleitet von subfebrilen Temperaturen. Unbehandelt entwickeln sich nach zwei bis drei Tagen hohes Fieber sowie ein deutliches Krankheitsgefühl, was mehrere Wochen anhalten kann.

Manchmal kommt es zunächst zu einer Verstopfung, oft gefolgt von erbsbrei-artigen Durchfällen. Selten sichtbar sind die charakteristischen Effloreszenzen an der Bauchhaut. Als Komplikationen sind Darmblutungen und -perforationen sowie Endokarditis oder Meningitis möglich.

Wichtig ist eine schnellstmögliche Antibiotikatherapie; es kommen hier etwa Ciprofloxacin, Ceftriaxon, Azithromycin oder Cotrimoxazol zur Anwendung. Ein Problem ist die zunehmende (Multi-)Resistenzentwicklung; daher kann eine vorherige Sensitivitätstestung sinnvoll sein.

Einige genesene Patienten sowie auch asymptomatisch infizierter Personen scheiden den Erreger dauerhaft aus und tragen so zu dessen Verbreitung bei. Werden Dauerausscheider identifiziert, so ist auch hier eine Antibiotika-Behandlung angezeigt.

Zur Prävention einer Typhus-Erkrankung sollte in Risikoregionen auf eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene geachtet werden. Bei erhöhtem Expositionsrisiko stehen zur Prophylaxe zudem ein oraler Lebendimpfstoff sowie ein parenteraler Totimpfstoff zur Verfügung.

Die Autoren sind für das CRM Centrum für Reisemedizin tätig.

Mehr zum Thema

Stoffwechselstörung als Risikofaktor

Mehr Klinikeinweisungen wegen Herpes Zoster bei Diabetes

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mit 71 Patienten und Patientinnen konnte eine Per-Protokoll-Analyse durchgeführt werden. Diese zeigte, dass ASS den Leberfettanteil absolut um 5,9 Prozent reduziert hatte, nach Scheinbehandlung war er dagegen um 4,7 Prozent gestiegen.

© monticellllo / stock.adobe.com

Phase-II-Studie

Taugt ASS zur Behandlung der metabolischen Fettleber?

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird