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Listeriose

Infektionsketten erkennen mit Keim-Steckbrief

Die Gentypisierung von Listerien hilft, multinationale Ausbrüche aufzudecken, so das ECDC.

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STOCKHOLM. Mehr als die Hälfte der schweren Listeriose-Erkrankungen in der Europäischen Union entstehen bei Infektionsketten, von denen viele bisher nicht früh genug erkannt werden, berichten Forscher vom European Centre of Disease Prevention and Control (ECDC) in Stockholm (Eurosurveill. 2018; 23 (33): pii=1700798).

Sie haben die Epidemiologie der Infektionen mithilfe der Gentypisierung von Erregern ("whole genome sequencing") untersucht. Die Methode könnte dabei helfen, die über Landesgrenzen hinaus reichenden Infektionsketten deutlich früher als bisher zu erkennen, heißt es in einer ECDC-Mitteilung.

In der Studie wurden 2726 Isolate von Listeria monocytogenes untersucht. Die Keime stammten von infizierten Menschen und waren von 2010 bis 2015 in 27 Ländern der EU gesammelt worden. Mehr als die Hälfte der Fälle stammten dabei von Clustern mit Infektionsketten, und jedes dritte dieser Cluster erstreckte sich über mehr als ein Land; die Infektionsketten dauerten dabei zum Teil über mehrere Jahre an.

Viele Cluster waren offenbar nicht erkannt worden: Nur über fünf Listeriose-Ausbrüche wurde 2015 in der EU berichtet, 2016 waren es nur zwei gewesen, so Professor Mike Catchpole vom ECDC in der Mitteilung.

Mit der Gen-Typisierung ließen sich solche Zusammenhänge und kontaminierte Lebensmittel früher erkennen und so Infektionen verhindern, so der Forscher. Die Surveillance des Infektionsgeschehens könne so intensiviert werden.

Listeriose ist zwar eine relativ seltene Lebensmittelinfektion, wird aber seit zehn Jahren zunehmend häufiger in Europa registriert. 2016 meldeten die EU/EEA-Länder 2536 Erkrankungen einschließlich 247 Todesfällen.

"Durch die verbesserte Surveillance können Todesfälle verhindert werden, vor allem bei Menschen mit Abwehrschwäche wie Senioren oder Schwangeren, die die Erreger zudem an den Fötus weitergeben können, so Catchpole. (eis)

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