Insulindetemir ist Alternative zur bisherigen Insulin-Zink-Injektionssuspension

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Kinder und Jugendliche mit Typ-1Diabetes, die bisher vor dem Schlafengehen eine Insulin-Zink-Injektionssuspension als Basalinsulin verwendeten, können erfolgreich auf Insulindetemir (Levemir®) umgestellt werden. Dabei sinkt auch die Zahl der Unterzuckerungen.

Das ergab eine randomisierte, multizentrische Cross-Over-Studie mit 68 Kindern und Jugendlichen, die in Leipzig Professor Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover vorgestellt hat. Die Umstellungsfrage ist aktuell, denn die Insulin-Zink-Injektionssuspension (Insulin Novo Semilente®) ist ab Juli in den Apotheken nicht mehr verfügbar. Von dem alten Präparat profitierten aber bislang viele Patienten, die einen starken Blutzuckeranstieg in den frühen Morgenstunden anders nicht in den Griff bekamen.

Alle Studienteilnehmer praktizierten eine intensivierte Insulintherapie (Basis-Bolus-Therapie) und hatten zuvor ihren Basalbedarf mit dem alten Präparat zur Nacht und NPH-Insulin am Morgen abgedeckt. Als Bedtime-Insulin injizierten sie während der Studie das langwirksame Analoginsulin oder die Insulin-Zink-Injektionssuspension.

In beiden Gruppen änderte sich der HbA1c nicht. Der Nüchternblutzucker stieg mit beiden Therapien etwas. Bei Patienten, die Insulindetemir erhielten, könnte das daran gelegen haben, daß viele erheblich mehr von diesem Insulin benötigten und es eine Weile dauerte, um dies zu realisieren. Es komme auf den guten Morgenwert an, sagte der Kinderdiabetologe. Die höhere Dosis sei kein Problem, wenn keine Hypoglykämien aufträten.

Tatsächlich war die Detemirdosis im Schnitt 1,7mal höher als die des alten Präparates. Die Bedarfsänderung war aber sehr variabel: Einige Patienten konnten im Verhältnis 1:1 umstellen, andere brauchten die doppelte Menge. Trotz höheren Bedarfs waren aber Unterzuckerungen signifikant seltener: Schwere Hypoglykämien traten mit dem alten Präparat bei 9,1 Prozent der Kinder auf, mit Detemir nur bei 7,8 Prozent. Nächtliche Unterzuckerungen wurden mit dem alten Präparat 123mal gezählt (59 Prozent), in der zweiten Gruppe nur 55mal (34 Prozent).

Insulindetemir ist bei diesen Patienten eine Alternative als Bedtime-Insulin, so Danne. Er gibt es bei einer Umstellung zunächst nur zur Nacht und steigert die Dosis, bis der Nüchternwert im Zielbereich liegt. Tagsüber behält er das bisherige NPH-Insulin bei, wenn der Patient damit gut zurechtgekommen ist. (hbr)

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