Haut-Krankheiten

Integrierte Wundversorgung senkt langfristig Kosten

HAMBURG (awa). Chronische Wunden modern und trotzdem kosteneffektiv zu behandeln ist möglich: Mit integrierten Konzepten an spezialisierten Wundzentren lassen sich Amputationsraten, Liegezeiten und Heilungsdauer senken.

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Wundtherapie ist eine interdisziplinäre Aufgabe für Fachärzte, Hausärzte, Pflegefachkräfte, Podologen, Physiotherapeuten und Orthopädietechniker, sagt Professor Eike Debus aus Hamburg. Dass spezialisierte Wundzentren Behandlungserfolg und Lebensqualität der Patienten verbessern, verdeutlichte Debus am Beispiel des "Gefäßzentrum Hamburg-Harburg", das Mitte der neunziger Jahre eingerichtet wurde.

Hauptkostenfaktor ist stationäre Therapie.

So gab es zwischen 1990 und 1995 sowie zwischen 1996 und 2003 die Fortschritte: Die Amputationsrate sank um 57 Prozent, die Patienten hatten weniger Schmerzen und waren mobiler. Und: Die Zahl der ambulanten Operationen stieg um 400 Prozent, die Zahl stationärer Behandlungstage sank um 76 Prozent und die Heilungsdauer um 54 Prozent. Zudem sei das Zentrum bei den niedergelassenen Kollegen akzeptiert. Das zeige der Anstieg der Zuweisungen um 300 Prozent, betonte Debus auf einer Veranstaltung des Unternehmens Mölnlycke Health Care.

Hauptkostenfaktor bei der Wundtherapie sei die stationäre Behandlung, gefolgt von der ambulanten Pflege und Medizinprodukten, berichtete Professor Matthias Augustin aus Hamburg. Das hat eine bundesweite Querschnittsstudie in 31 spezialisierten Wundzentren ergeben. Die 218 Patienten mit einer gesicherten Diagnose Ulcus cruris waren im Mittel 70 Jahre alt. Sie hatten median bereits seit sieben Jahren chronische Wunden. Pro Patient und Jahr betrugen die mittleren Kosten 9569 Euro, davon 8658 Euro direkte Kosten, wovon die Patienten 1027 Euro selbst trugen. Die indirekten Kosten betrugen 911 Euro.

Eine frühe und qualifizierte, phasengerechte Wundversorgung kann die direkten Kosten senken, so Augustin. Zwar entstehen bei einer leitliniengerechten Therapie initial höhere Kosten, langfristig sei sie aber wirtschaftlicher als die traditionelle, nicht leitliniengerechte Versorgung.

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