Mikrobiom-Forscher

Ist Typ-2-Diabetes eine übertragbare Krankheit?

Diabetiker haben ein verändertes Mikrobiom. Damit ließe sich die Krankheit weitergeben.

Veröffentlicht:

Kiel. Adipositas, Herzleiden, Diabetes und andere als nicht-übertragbar eingestufte Krankheiten könnten möglicherweise doch über das Mikrobiom von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Das berichteten Forscher des Programms „Humans & the Microbiome“ vom „Canadian Institute for Advanced Research“ (CIFAR). Beteiligt daran war auch Professor Thomas Bosch aus Kiel.

Entscheidend für mögliche Übertragungen sei die unterschiedliche Besiedlung des Körpers mit Mikroorganismen (Science 2020; 367: 250).

Bei den Erkrankungen ist das menschliche Mikrobiom im Vergleich zum gesunden Körper deutlich verändert, berichtet die Uni Kiel in einer Mitteilung. Solche veränderten Mikrobiom-Zusammensetzungen könnten zudem Krankheiten auslösen, wenn man sie experimentell auf einen ursprünglich gesunden Modellorganismus überträgt.

Entnimmt man etwa das Darmmikrobiom einer fettleibigen Maus und transferiert es in ein gesundes Tier, wird dieses ebenfalls übergewichtig. Auch gebe es Indizien für eine generelle natürliche Übertragbarkeit des Mikrobioms, so die Forscher. (eis)

Ihr Newsletter zum Thema
Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Unterzuckerung geht auf Herz und Nieren

Typ-2-Diabetes: Organschäden auch bei Hypoglykämien

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Was tun, wenn Unterzucker nicht bemerkt wird?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 12.02.202010:19 Uhr

Kein wissenschaftlicher Beleg, dass Typ-2-Diabetes eine übertragbare Krankheit sein könnte

Die zusammenfassenden Schlussfolgerungen der o. g. Publikation: “Are noncommunicable diseases communicable?“ von B. B Finlay CIFAR Humans the Microbiome et al. bleiben ausgesprochen vage und unbestimmt: "Therefore, we propose that some NCDs [noncommunicable diseases] could have a microbial component and, if so, might be communicable via the microbiota." (Übersetzung d. d. Verf.) "Deshalb schlagen wir vor, dass einige NCD eine mikrobielle Komponente haben könnten. Und, wenn dem so wäre, möglicherweise über das Mikrobiom übertragbar wären." https://science.sciencemag.org/content/367/6475/250

Die allgemeine Feststellung: “ In animal models of NCDs, transplantation of dysbiotic microbiota into healthy animals results in disease”, also dass im Tiermodell von nicht-übertragbaren Erkrankungen die Transplantation von dysbiotischem Mikrobiom auf gesunde Versuchstiere in Krankheit resultiert, ist bei diesem völlig unphysiologischen Vorgehen überhaupt kein Widerspruch. Nicht-übertragbare Erkrankungen sind und bleiben nicht-übertragbar, wenn man von einer Transplantation fremden Darminhaltes absieht. Das ist nicht nur m. E. der springende Punkt!

Die anfangs vom Autorenteam behauptete, globale Umschichtung von übertragbaren Erkrankungen zu Gunsten nicht-übertragbarer Erkrankungen [„…marked shift from communicable diseases (caused by infectious microbes) to noncommunicable diseases (NCDs)…“] hat eher mit der Entwicklung von Hygiene, Wasser- und Abwasserversorgung, Versorgung mit gekühlten Lebensmitteln, Lebensstandard, Verlängerung der Lebenserwartung usw. zu tun, als mit abwegigen Theorien, dass nicht-übertragbare Erkrankungen doch übertragbar sein könnten.

Wissenschaftliche Exaktheit und stringente Argumentation sehen anders aus.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Cordula Petit 12.02.202009:45 Uhr

vielleicht eher "ansteckend" im Sinne eines ähnlichen Lebensstils?

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Porträts: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

© Portraits: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Die Schilddrüse tickt in jedem Lebensalter anders

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Studie DECLARE-TIMI 58: primärer Endpunkt „kardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz“ in der Gesamtkohorte

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Präventiv statt reaktiv: Bei Typ-2-Diabetes mit Risikokonstellation Folgeerkrankungen verhindern

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?