Direkt zum Inhaltsbereich

HELICOBACTER PYLORI

Jeder zweite Mensch auf der Welt ist mit Helicobacter infiziert

Wann ist nach Konsensempfehlungen eine Eradikation des Magenkeims Helicobacter pylori (Hp) indiziert? Das ist nicht nur bei Magen- und Duodenalulzera der Fall, sondern etwa auch, wenn Infizierte Eltern oder Geschwister haben, die an einem Magenkarzinom erkrankt sind. Welche Hp-Eradikationstherapie wird heute empfohlen?

Veröffentlicht:

Muß man Patienten immer zu einer Gastroskopie schicken, wenn man wissen will, ob ihre dyspeptischen Beschwerden durch Hp verursacht werden? Nein, sagt Dr. Ulrich Peitz von der Universität Magdeburg in seinem sehr informativen Vortrag. Zum Beispiel reicht bei jungen Menschen, bei denen klinisch kein Verdacht auf ein Ulkus besteht und die kein erhöhtes Karzinomrisiko haben, etwa aufgrund einer positiven Familienanamnese, ein nicht-invasiver Hp-Atem- oder ein Stuhltest aus.

Mit Hp infiziert man sich fast immer in der Kindheit, und die Infektion persistiert lebenslang. Ausnahme ist die atrophische Gastritis mit Achlorhydrie. In diesem Fall ist es dem Magenkeim nicht sauer genug, um zu überleben. Diese Säureabhängigkeit von Hp macht man sich in bei der Eradikation zunutze, erklärt Peitz.

Nach der Konsensuskonferenz von Spezialisten im Jahr 2000 in Maastricht sind außer Magen- und Duodenalulzera auch Malt-Lymphome eine strenge Indikation zur Eradikation von Hp. Denn: 60 Prozent der Patienten, die sowohl Hp als auch ein Malt-Lymphom haben, das nur in der Magenmukosa wächst, können allein durch die erfolgreiche Eradikation von dem Lymphom geheilt werden!

Auch nach Magenresektionen wegen eines Magenkarzinoms ist eine Hp-Eradikation indiziert. Empfohlen wird eine Eradikation unter anderen auch vor einer Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika oder vor einer Langzeittherapie mit Protonenpumpen-Hemmern (PPI).

Und wie wird nun am besten eradiziert? Erste Wahl ist die Triple-Therapie mit Clarithromycin, Amoxicillin und einem PPI, jeweils zweimal täglich. Ganz wichtig.: Der PPI muß ausreichend hoch dosiert sein. Denn die Wirksamkeit der beiden Antibiotika hängt stark von ausreichender Säurehemmung ab. Deshalb können PPI auch nicht durch H2-Blocker ersetzt werden, wie Peitz betont.

Wie die Triple-Therapie richtig dosiert wird, welche Alternativen es bei Therapieversagen gibt und wie lange PPI nach Eradikation noch eingenommen werden sollten, erklärt Peitz im Vortrag. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Infektiologie" - "Helicobacter pylori".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Malnutrition

Damit Sie Mangelernährung nicht übersehen: Darauf kommt es an!

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Lesetipps
Verwaistes Berufsutensil: Wo Kolleginnen und Kollegen den Hut nehmen, sind die verbliebenen Leistungserbringer nicht selten mit überbordender Nachfrage konfrontiert.

© Justlight / Generated with AI / Stock.adobe.com

Versorgung

Ärztemangel: Hilfe, mein Nachbar macht die Praxis dicht!

In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor