Hepatitis A/B/C...

Jenseits von Alpen und Oder ist Hepatitis A häufig

BERLIN (gvg). "Südlich der Alpen und östlich der Oder" - diese Faustregel empfehlen Impfexperten für die Hepatitis-A-Impfung auf Reisen. Nicht nur Rucksacktouristen sollte zur Prophylaxe geraten werden.

Veröffentlicht: 08.03.2006, 08:00 Uhr

Zu glauben, daß ungeimpfte Reisende sich vor Hepatitis A schützen könnten, wenn sie konsequent auf den Genuß von Muscheln und Schalentieren verzichteten, sei ein Irrtum, sagte Professor Christel Hülße von der Universität Rostock.

Zwar seien ungegarte Meeresfrüchte oft die Ursache für eine Infektion. In Ländern mit hoher Durchseuchung könnten aber Hepatitis-A-Viren genauso gut durch Salat, der mit ungewaschenen Händen zubereitet worden ist, übertragen werden.

Für die Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin ist die Hepatitis-A-Impfung daher für alle Reiseländer außerhalb von Nord- und Westeuropa sowie von Nordamerika zu empfehlen. "Unsere Faustregel lautet ‚südlich der Alpen und östlich der Oder‘", sagte sie: "Darunter fallen natürlich auch Asien und Südamerika."

    Viren können etwa im Salat weitergegeben werden.
   

Wie problematisch besonders Muscheln sind, belegt eine 2005 in Italien gemachte Studie. Bei einer Stichprobe in fünf Großmärkten hätten Wissenschaftler Hepatitis A-Viren in jeder dritten Muschel gefunden, so Hülße auf einer von Chiron Vaccines unterstützten Veranstaltung. Das Unternehmen bietet den Hepatitis A-Impfstoff HAVpur® an.

Insgesamt ist die Inzidenz von Hepatitis A in Deutschland seit 1995 rückläufig, was als Erfolg der Impfung angesehen wird. Im Jahr 2005 wurden 1216 Fälle registriert, im Jahr 2003 waren es ähnlich viele. Daß das Problem aber bestehen bleibt, zeigte eine sprunghafte Zunahme der Infektionen im Jahr 2004, die unter anderem auf einen Ausbruch in einem vor allem von Deutschen bewohnten Hotel in Hurghada in Ägypten zurückzuführen war (wir berichteten).

Gegen Hepatitis A sollte etwa 14 Tage vor der Reise geimpft werden. Nach der ersten Dosis dauert es knapp zwei Wochen, bis sich der Schutz aufbaut. Nach einer Auffrischung ein halbes bis ein Jahr später hält der Impfschutz dann zehn Jahre.

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Prominente warnen vor Entwertung des Lebens alter Menschen

Ruf nach „moralischer Revolte“

Prominente warnen vor Entwertung des Lebens alter Menschen

Cabotegravir: Potenzial zur PrEP-Spritze?

HIV-Infektion

Cabotegravir: Potenzial zur PrEP-Spritze?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden