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Jetzt offiziell: Mehr Zeit für Lyse

LEIPZIG (gvg). Die Europäische Schlaganfallgesellschaft (ESO) publiziert in diesen Tagen neue Empfehlungen zur Lysetherapie. Darin wird die Lyse beim ischämischen Schlaganfall jetzt innerhalb von viereinhalb Stunden nach Symptombeginn empfohlen. Bisher lag das Zeitfenster bei drei Stunden.

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Die Änderung ist Folge der im September 2008 publizierten Studie ECASS-III. Darin wurde placebokontrolliert der Nutzen einer Lyse-Therapie mit Alteplase (Actilyse®) bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall untersucht, deren Symptombeginn mehr als drei aber maximal viereinhalb Stunden zurücklag (wir berichteten).

"Wir konnten zeigen, dass die spätere Lyse sicher und effektiv ist", sagte Studienleiter Professor Werner Hacke von der Universität Heidelberg bei der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM) in Leipzig. In der Studie war die Rate von Patienten mit intrakraniellen Blutungen bei einer späteren Lyse bis viereinhalb Stunden nach Symptombeginn zwar höher als mit Placebo (2,4 Prozent versus 0,2 Prozent), aber nicht höher als bei einer Lyse in den ersten drei Stunden.

Der Nutzen der Behandlung wiederum war ähnlich hoch wie bei einer Lyse innerhalb von 90 bis 180 Minuten: Mehr als die Hälfte der Patienten hatten nach neunzig Tagen keine oder nur geringe funktionelle Einschränkungen, mit Placebo waren es 45 Prozent. Weiterhin ist jedoch die Lyse in den ersten 90 Minuten am effektivsten. "Die Patienten haben jetzt mehr Zeit, nicht aber die Ärzte", so Hacke.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Trotz neuen Zeitfensters: Beim Schlaganfall gilt weiter "so schnell wie möglich"

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