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Erektile Dysfunktion

Kaffeetrinker sind potenter

Kaffeetrinker leiden seltener an erektiler Dysfunktion, zeigt eine US-Studie. Allerdings gilt dieser Vorteil offenbar nur bei einer bestimmten Kaffeemenge pro Tag.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

HOUSTON. Ein protektiver Effekt von Kaffee auf die Potenz wäre plausibel: Durch Koffein kann eine Entspannung der glatten Schwellkörpermuskulatur und dadurch eine Zunahme des Blutflusses im Penis induziert werden.

Beobachtungsstudien zum Einfluss koffeinhaltiger Getränke auf Erektionsstörungen sind jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen. Eine aktuelle Analyse der NHANES-Kohorte stützt den inversen Zusammenhang (NHANES 2001-2004. PLoS ONE 10(4)).

Ausgewertet wurden die Daten von 3724 Männern im mittleren Alter von 49 Jahren, die unter anderem zu ihrer Ernährung in den letzten 24 Stunden und zu Problemen mit dem Aufrechterhalten einer Erektion beim Geschlechtsverkehr befragt worden waren.

Ein klarer Trend für die Beziehung zwischen Koffeinmenge und erektiler Dysfunktion war nicht zu erkennen.

Zwei bis drei Tassen pro Tag

Männer in der dritten (85 -  170 mg / d) und vierten Quintile (171 -  303 mg / d) der Koffeinzufuhr berichteten jedoch signifikant seltener über Potenzprobleme als Männer in der untersten Quintile (0 - 7 mg / d) (Odds Ratio, OR 0,58 beziehungsweise OR 0,61).

Faktoren mit bekanntem Einfluss auf die Erektionsfähigkeit wie Alter, Bewegung, Rauchen oder Übergewicht waren dabei berücksichtigt worden.

Die Assoziation war allerdings abhängig von Komorbiditäten: Bei Männern mit normalem Gewicht, mit normalem Blutdruck und / oder mit Diabetes bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen Koffeinzufuhr und Erektionsfähigkeit.

Männer mit Übergewicht oder Adipositas oder mit Bluthochdruck ebenso wie Männer ohne Diabetes hatten dagegen in jeder der vier oberen Koffeinquintilen eine geringere ED-Wahrscheinlichkeit als in der untersten.

"Unsere Ergebnisse zeigen eine niedrigere ED-Prävalenz bei Männern mit Koffeinaufnahme, insbesondere bei einer Menge entsprechend zwei bis drei Tassen Kaffees am Tag", schreiben die Autoren um David S. Lopez von der Universität in Houston.

Diese Menge an Koffein sei auch mit positiven Effekten auf die kardiovaskuläre Gesundheit verbunden.

Lopez und Kollegen räumen allerdings auch ein, dass ihre Studie Limitationen hat, weil zum Beispiel nicht alle Risikofaktoren für eine ED erfasst wurden. Das Studiendesign lässt zudem keine Schlüsse über die Kausalität des gefundenen Zusammenhangs zu.

Das Studienergebnis berechtige aber dazu, nun eine prospektive Studie zu initiieren.

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