Kein Mundschutz: Behörden machen wegen Schweinegrippe Arztpraxen dicht

HANNOVER (cben). Weil sie bei Patienten mit Schweinegrippe-Verdacht Abstriche gemacht haben, ohne einen Mundschutz aufzusetzen, mussten zwei Hausärztinnen ihre Praxen eine Woche lang schließen. Der Grund: Als sich der Verdacht bestätigte, galten sie als potenziell infektiöse Kontaktpersonen.

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Mundschutz bei jedem Patientenkontakt? Das ist unrealistisch!

Mundschutz bei jedem Patientenkontakt? Das ist unrealistisch!

© Foto: dpa / Bildfunk

Die zuständigen Gesundheitsämter hatten sich bei ihren Anordnungen auf eine ältere Richtlinie gestützt. Danach gelten Ärzte und Pflegekräfte, die Pandemie-Kranke ohne Mundschutz und Handschuhe behandeln, als Kontaktpersonen ersten Grades und müssen isoliert werden. Inzwischen hat das Niedersächsische Gesundheitsministerium jedoch reagiert und eine neue Richtlinie zum Umgang mit H1N1-Patienten herausgegeben. So müssen Ärzte und Pflegekräfte nicht mehr isoliert werden, wenn sie zuvor H1N1-Patienten ohne Mundschutz und Handschuhe behandelt haben. "Die Kontaktpersonen sollen lediglich informiert werden, sich beobachten und erst im Falle von Krankheitszeichen entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten", heißt es in dem Schreiben.

Ab kommender Woche werden entsprechende Verfügungen in ganz Deutschland gelten, sagte Dr. Markus Kirschner vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen der "Ärzte Zeitung". Die neue Richtlinie war auch deshalb rasch nötig, weil die Schulferien in Niedersachsen in diesem Jahr sehr früh liegen. So werden nun erste - möglicherweise infizierte - Urlaubsrückkehrer in Niedersachsen erwartet, sagte Kirschner. Die erkrankten Patienten, die zu den Praxisschließungen führten, waren Urlauber, die aus Spanien zurückgekehrt sind.

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Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Nach bizarren Szenen in Niedersachsen sind Praxisschließungen erst einmal vom Tisch Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Praxis dicht - das ist kontraproduktiv Lesen Sie auch: Länder bereiten Verträge für Kauf von Impfstoff vor

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