Keloide schrumpfen durch Steroid-Unterspritzung

HILDESHEIM (hsr). Wunden durch Verbrühungen, Verbrennungen oder Operationen können auf Kinderhaut häßliche Narbenwucherungen zurücklassen. Die Therapie bei solchen Keloiden ist schwierig, doch gibt es verschiedene Optionen. Dazu gehören, Silikonplatten, Unterspritzung mit Kortikoiden oder die Kompression.

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Besonders im Gesicht können Keloide zu ästhetischen Problemen führen. Dr. Ute Schmidbauer vom Städtischen Krankenhaus Hildesheim empfiehlt hier Silikon-Gel-Platten. Dabei handelt es sich um weiche, semiokklusive Folien, mit denen die Narben mindestens zwölf Stunden täglich über zwei bis sechs Monate abgedeckt werden (pädiatrie hautnah 2, 2004, 86).

Die Platten bestehen aus vernetztem Polydimethyl-Siloxan, das weder Hautirritationen noch Allergien hervorrufe, so die Plastische Chirurgin. Die Polymer-Platten sind abwaschbar und können zehn- bis 14mal verwendet werden, bevor sie nicht mehr haften oder sich auflösen. Für die Behandlung werden sie so zugeschnitten, daß sie die Narbe nach allen Seiten etwa einen Zentimeter überlappen.

Ihre Wirkung besteht überwiegend in einem leichten kontinuierlichen Dauerdruck. Dieser vermindert vermutlich das Fibroblastenwachstum. Auch entsteht unter den Platten Wasserdampf, der die Narbe aufweicht. Der reduzierte Wasserverlust unter den Platten senkt die Kapillaraktivität und verringert die Kollagenablagerung und die Narbenhypertrophie.

Als weiteres Verfahren, das oft auch bei größeren, länger bestehenden Narbenkeloiden erfolgreich ist, bezeichnet Schmidbauer die Unterspritzung der Läsion mit dem Depot-Steroid Triamcinolon. Schmidbauer berichtet über eine 16jährige Patientin, bei der zwei Jahre nach Entfernung eines Wilms-Tumors am Abdomen eine Wulstnarbe entstanden war. Eineinhalb Jahre nach Therapiebeginn waren die Wucherungen fast verschwunden.

In der Literatur gibt es noch weitere Beispiele, daß diese Therapie bei lange bestehenden Keloiden wirkt. Mit zum Teil nur ein bis zwei Unterspritzungen wurden Symptome wie Röte, Erhabenheit sowie Härte der Haut, Juckreiz und Schmerz zwischen 60 und 80 Prozent gelindert.

Hilft diese Therapie nicht, empfiehlt Schmidbauer die Exzision der Keloide, gegebenenfalls mit Deckung durch Voll- oder Spalthaut.

Bei Kindern mit Narben nach Verbrennungen setzt Schmidbauer auf die Kompression durch Bandagen. Das sei zwar die "aufwendigste, dafür aber am besten geeignete, nicht operative Behandlungsmöglichkeit". Die konsequente Therapie mit elastischen Binden, Druck-Pelotten und speziell angefertigter Kompressionsbekleidung sei zwar teuer und erfordere ein hohes Maß an Compliance.

Doch die Vorteile sind nach Schmidbauers Angaben eindeutig: Die Kollagenfasern werden gleichmäßig ausgerichtet, hypertrophes Narbengewebe und Hautverfärbungen bilden sich seltener, das Jucken in der Narbe läßt nach, und die Bandage schützt das empfindliche Narbengewebe vor erneuten Verletzungen.

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