Kinderärzte kontra Familienministerin

Die Kinderärzte wollen sich nicht von Familienministerin Schröder einspannen lassen. Sie hatte angeregt, das Betreuungsgeld an Vorsorgeuntersuchungen zu knüpfen. "Erziehungsüberwachung im staatlichen Auftrag lehnen wir ab", sagte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann der "Ärzte Zeitung".

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Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

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BERLIN (sun/af). Kinderärzte wollen nicht an der Auszahlung des geplanten Betreuungsgeldes beteiligt werden.

Damit hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf einen Vorstoß der Familienministerin Kristina Schröder (CDU) reagiert, die die Auszahlung des Betreuungsgeldes daran knüpfen will, dass Eltern die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder wahrnehmen.

"Erziehungsüberwachung im staatlichen Auftrag lehnen wir ab", sagte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann der "Ärzte Zeitung". Das System der Frühuntersuchungen diene allein dazu, Krankheiten früh zu erkennen.

Einladesysteme in einigen Ländern

Bereits heute würden etwa 95 Prozent der Kinder zu den Untersuchungsterminen vorgestellt, sagte Hartmann. In einigen Ländern gibt es Einladesysteme. Reagieren Eltern darauf nicht, sollen die Jugendämter aktiv werden.

Wie nun die Teilnahme an den Untersuchungen als Bedingung für das Betreuungsgeld kontrolliert werden solle, sei nicht geklärt, sagte eine Sprecherin des Familienministeriums der "Ärzte Zeitung".

Die Parteichefs von CDU, CSU und FDP hatten im November vereinbart, zum 1. Januar 2013 ein Betreuungsgeld von zunächst 100 Euro im Monat für Eltern einzuführen, die ihre Kinder nicht in die Kindertagesstätte bringen wollen. Das Betreuungsgeld ist in der Union aber umstritten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Auf dem Weg nach Absurdistan

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