Kindern mit M. Crohn hilft Ernährungstherapie

MÜNCHEN (wst). Bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn gibt es wegen des Körperwachstums besondere Anforderungen an die Therapie. Daher sollte ein erfahrener Kindergastroenterologe hinzugezogen werden. Bei der Suche nach Praxen oder Kliniken hilft die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV).

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Nach Daten aus den USA sind sechs Prozent der Kinder zum Zeitpunkt der Diagnose "chronisch-entzündliche Darmkrankheit (CED)" jünger als drei Jahre; 15 Prozent sind zwischen drei und sechs Jahre alt. Obwohl also auch Säuglinge und Kinder an Morbus Crohn erkranken, wird er bei ihnen immer wieder lange nicht erkannt.

Deshalb ist es wichtig, bei unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Unterernährung - oft in Verbindung mit einer traurig-depressiven Gemütslage - auch an Morbus Crohn zu denken. Darauf hat Professor Sibylle Koletzko aus München auf einer Veranstaltung von Essex Pharma hingewiesen. Eine möglichst frühe Diagnose und Therapie sei aber notwendig, da Morbus Crohn gerade im Kindesalter besonders aggressiv verlaufe. Nach Daten aus Kohortenstudien hat nach sieben Jahren ein Drittel der Kinder Fisteln, etwa die Hälfte narbige Darmstenosen.

Anders als bei Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn ist die Nutzen-Risiken-Relation systemischer Kortikosteroide bei Kindern wegen des Wachstums deutlich ungünstiger. Unerwünschte Effekte sind außer Osteopenien und Osteoporose eine Verlangsamung des Längenwachstums. Auch komme es bei Kindern und Jugendlichen schneller und häufiger als bei Erwachsenen zu einer Steroidabhängigkeit oder -resistenz, sagte Koletzko.

Ein Mittel der ersten Wahl bei Aktivitätsschüben eines Morbus Crohn in jungen Jahren ist deshalb eine oft erstaunlich effektive, Darm-regenerierende Ernährungstherapie. Dabei wird für mindestens acht Wochen normales Essen komplett durch eine spezielle Trink- oder Sondennahrung ersetzt. Probleme gibt es allerdings oft mit der Compliance.

Hilft die Ernährungstherapie nicht oder nicht mehr ausreichend, kommen primär Immunmodulatoren wie Sulfasalazin oder Azathioprin infrage.

Als neue Option ist jetzt auch der TNFa-Antikörper Infliximab (Remicade®) für Kinder ab 6 Jahre zugelassen.

Infos zu Praxen und Kliniken mit Kindergastroenterologen gibt es bei: DCCV e.V., Paracelsusstraße 15, 51375 Leverkusen, Tel.: 02 14 / 8 76 08 - 0 (Mo 9 bis 12 Uhr, Di, Mi, Do 14 bis 17 Uhr), Fax: -88, E-Mail: info@dccv.de; www.dccv.de

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