Direkt zum Inhaltsbereich

Kleine Knötchen, hohes Herzrisiko

Fettknötchen am Augenlid gelten vor allem als kosmetisches Manko. Hinter den Xanthelasmen steckt aber mehr: Sie sind ein Alarmzeichen fürs Herz.

Veröffentlicht:
Xanthelasma am Unterlid: Hinweis auf ein möglicherweise erhöhtes Herzrisiko.

Xanthelasma am Unterlid: Hinweis auf ein möglicherweise erhöhtes Herzrisiko.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

KOPENHAGEN (hkj). Xanthelasmen sind ein Prädiktor für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko - unabhängig davon, wie hoch die Cholesterin- oder Triglyzeridkonzentration im Plasma ist.

Das berichten dänische Forscher, die in einer Bevölkerungsstudie mehr als 12.000 Menschen über einen Zeitraum von 22 Jahren nachbeobachtet haben (BMJ 2011; online 15. September).

Von den Studienteilnehmern wiesen zu Studienbeginn 4,4 Prozent Xanthelasmen auf. Untersucht wurde, ob das Vorhandensein von Xanthelasmen oder eines Arcus corneae ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko vorhersagt.

Erhöhte Gesamtsterberate bei Xanthelasmen

Es zeigte sich, dass bei Personen mit Xanthelasmen das Risiko für einen Herzinfarkt um 48 Prozent und für eine KHK um 39 Prozent erhöht war als bei Personen ohne Xanthelasmen. Auch die Gesamtsterberate war bei Individuen mit Xanthelasmen um 14 Prozent erhöht.

Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall oder eine ischämische zerebrovaskuläre Erkrankung unterschied sich hingegen in beiden Gruppen nicht.

Für den Arcus corneae ergab sich keine signifikante Assoziation mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko.

Tipp für Ärzte: Herzrisiko unter die Lupe nehmen

Sowohl Xanthelasmen als auch der Arcus corneae werden mit einer Hyperlipidämie in Zusammenhang gebracht. Die erhobenen Daten sprechen jedoch dafür, dass diese Lipidablagerungen auch unabhängig von den Blutfettwerten als Indikatoren für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko anzusehen sind.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse rät die Forschergruppe um Dr. Tybjaerg-Hansen, bei der klinischen Untersuchung ein Augenmerk auf solche gut sichtbaren Zeichen zu richten.

Weisen Patienten ohne laborchemischen Hinweis auf eine Lipidstoffwechselstörung Xanthelasmen auf, sollte unabhängig von den Blutfettwerten aufgrund ihres Risikos eine lipidsenkende Therapie in Betracht gezogen werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Interimsanalyse der TRIM-Studie

Nachsorge von Melanomen: Bildgebung womöglich nutzlos

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte