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Koch-Preis für Vater der MenB-Vakzine

Professor Rino Rappuoli hat den ersten universellen Impfstoff gegen Meningokokken B entwickelt. Für seine Verdienste wurde er jetzt mit dem Robert-Koch-Preis 2019 ausgezeichnet.

Veröffentlicht: 18.11.2019, 13:27 Uhr
Koch-Preis für Vater der MenB-Vakzine

Rino Rappuoli erhält den mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis.

© GSK

Berlin. Dem Impfstoff-Forscher Professor Rino Rappuoli ist am Freitag der Robert-Koch-Preis 2019 verliehen worden, teilt GlaxoSmithKline (GSK) mit. Damit werden seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung neuartiger Impfstoffe gewürdigt. Durch die von ihm begründete „reverse Vakzinologie“ hatte sich erstmals ein Impfstoff gegen Meningokokken B entwickeln lassen. Dieser ist von dem Unternehmen als Bexsero® auf dem Markt.

MenB steht weltweit für jede zweite invasive Meningokokken-Erkrankung, berichtet GSK. Herkömmliche Methoden waren bei der Suche nach geeigneten Antigenen des Keims für einen Impfstoff bis in die 1990er-Jahre erfolglos geblieben. Rappuoli bat damals den britischen Molekularbiologen Craig Venter, das Genom von Neisseria meningitidis B zu sequenzieren.

Mithilfe der Gene fand er dann 91 Oberflächenproteine als potenzielle Impfstoff-Kandidaten. Gut zwei Dutzend kamen nach Tests in die Auswahl, drei gingen schließlich in den Impfstoff ein. Diese Mehrkomponenten-Vakzine (4CMenB) wurde 2013 in Europa, Kanada und Australien sowie 2015 in den USA zugelassen. Seit Dezember 2013 ist der Impfstoff auch in Deutschland verfügbar.

Rappuoli gehört zu den Mitbegründern der „zellulären Mikrobiologie“, die Zellbiologie und Mikrobiologie unter einem Dach vereint. Unter seiner Federführung wurde 2009 zudem ein Impfstoff gegen die pandemische Grippe (H1N1) hergestellt. Dieser enthält den neuartigen Wirkverstärker MF59. 2013 entwickelte Rappuoli außerdem zusammen mit Craig Venter den ersten RNA-Impfstoff gegen Influenza und den ersten synthetischen Impfstoff gegen das Vogelgrippe-Virus H7N9.

Rappuoli ist Chief Scientist und Head of External Research and Development (R&D) bei GSK in Siena in Italien. Der mit 120.000 Euro dotierte Robert-Koch-Preis wurde ihm am Freitag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen. (eb)

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