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Nach Brustkrebs

Körpergewicht beeinflusst die Folgerisiken

Forscher aus Hamburg haben Risikofaktoren für das Leben nach Brustkrebs identifiziert: Übergewicht begünstigt Bluthochdruck, Untergewicht hingegen fördert Osteoporose.

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HAMBURG. Ob Brustkrebspatentinnen nach einer erfolgreichen Behandlung später an Bluthochdruck, Herzkreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose erkranken, hängt entscheidend von ihrem Gewicht, ihrem Alter und von der Art der medikamentösen Rückfalltherapie ab.

Das hat eine Studie des Bereichs Krebsepidemiologie/Klinisches Krebsregister des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg ergeben.

Die Ergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift "Journal of Cancer Survivorship" (online am 26. Februar 2014) veröffentlicht wurden, zeigen, dass es besonders für ältere oder übergewichtige Brustkrebspatentinnen wichtig ist, ihr Gewicht zu reduzieren und sich regelmäßig zu bewegen.

Am UKE leiteten Professor Dr. Dieter Flesch-Janys und Dr. Nadia Obi vom Hubertus Wald Tumorzentrum - Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH) die Studie, teilt das UKE mit.

Für ihre Untersuchungen wertete die Forschergruppe Daten von 2542 Brustkrebs-Patientinnen zwischen 50 und 74 Jahren aus, die an der sogenannten Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung (MARIEplus) Nachfolgestudie teilgenommen hatten.

Die Patientinnen wurden über ihren Gesundheitszustand vor und nach der Diagnose Brustkrebs befragt. Demographische Informationen, Lifestyle-Faktoren, die Art der medikamentösen Rückfallvorbeugung sowie der Bildungsstatus der Patientinnen wurden ebenso erfasst.

"Die Daten bestätigen, dass bekannte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht auch eine wichtige Rolle bei Brustkrebs-Langzeitüberlebenden fünf Jahre nach Diagnose spielen", wird Professor Flesch-Janys in der Mitteilung zitiert.

"Frauen mit höherem Bildungsstatus litten seltener an Bluthochdruck als weniger gebildete Patientinnen, ältere oder übergewichtige Frauen dagegen häufiger als jüngere oder normalgewichtige."

Weitere Ergebnisse: Bei Patientinnen, die zur Rückfallvorbeugung das Mittel Trastuzumab erhielten, wurde häufiger Bluthochdruck diagnostiziert als bei Patientinnen, die dieses Mittel nicht einnahmen. Und Frauen mit einem geringeren Körpergewicht entwickelten eher Osteoporose als übergewichtige Frauen.

Flesch-Janys: "Außerdem bestätigen die Resultate frühere Forschungsergebnisse, dass die Behandlung mit sogenannten Aromatase-Inhibitoren die Entstehung von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann." Aromatase-Inhibitoren werden üblicherweise eingesetzt, um Krebsrezidive bei Frauen nach den Wechseljahren zu verhindern.

"Die Reduzierung des Übergewichts sowie regelmäßige sportliche Bewegung wie zum Beispiel Radfahren können älteren, übergewichtigen Patientinnen helfen, das Auftreten von neuen Begleiterkrankungen nach erfolgreicher Brustkrebstherapie zu verhindern.", sagt Dr. Nadia Obi.

"Außerdem sollten Patientinnen in der Nachsorgetherapie engmaschig kontrolliert werden. Zum Beispiel lässt sich das Risiko von Osteoporose bei untergewichtigen Patientinnen durch die Gabe von Bisphosphonaten minimieren." (eb)

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