Direkt zum Inhaltsbereich

Kombi-Technik präzisiert das Frakturrisiko

Das individuelle Frakturrisiko bei Osteoporose lässt sich wohl am besten beurteilen, wenn eine hoch auflösende quantitative Computertomografie in Verbindung mit einer Finite Elemente Analyse genützt wird.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:
Die Knochenmineraldichte ist ein wesentlicher Marker für die Beurteilung des Frakturrisikos bei einem Patienten.

Die Knochenmineraldichte ist ein wesentlicher Marker für die Beurteilung des Frakturrisikos bei einem Patienten.

© DeVIce / fotolia.com

FÜRTH. Ein in der industriellen Werkstückprüfung schon verbreitetes Verfahren könnte helfen, das Knochenfrakturrisiko von Osteoporosepatienten besser als bisher einzuschätzen.

Um bei Patienten mit Osteoporose das Frakturrisiko abzuschätzen oder den Therapieerfolg zu kontrollieren, ist derzeit in der täglichen Routine die Knochendichtemessung mittels DXA (dual energy x-ray absorptiometry) die Methode der Wahl.

Die mittels DXA gewonnenen Erkenntnisse erlauben nur bedingte Rückschlüsse auf das Frakturrisiko

Da damit aber nur die sogenannte integrale Knochendichte erfasst wird und andere für die Frakturresistenz entscheidende strukturelle und geometrische Eigenschaften des Knochens mit dieser Methode verborgen bleiben, erlauben die mittels DXA gewonnenen Erkenntnisse nur bedingte Rückschlüsse auf das individuelle Frakturrisiko beziehungsweise dessen Veränderung unter Therapie.

Darauf hat der Medizinphysiker Professor Klaus Engelke aus Erlangen auf einer Veranstaltung beim DVO-Kongress Osteologie 2011 in Fürth aufmerksam gemacht.

Ein differenzierteres Bild der individuellen Knochenfestigkeit gestattet die quantitative Computertomographie. Dabei lassen sich die derzeit wohl zuverlässigsten Aussagen zur Frakturresistenz eines Knochens treffen, wenn eine hoch auflösende quantitative Computertomographie in Verbindung mit der sogenannten Finite Elemente Analyse (FEA) genützt wird.

Dazu stellte Engelke ein Verfahren vor, das in der Medizin vorerst noch vor allem für die Forschung von Bedeutung ist.

Mit FEA wird auch Bruchfestigkeit von Flugzeugteilen geprüft

Die FEA ist ein in der industriellen Werkstückprüfung bereits verbreitetes Verfahren, mit dem zum Beispiel virtuell die Bruchfestigkeit von Flugzeugteilen geprüft wird. Dabei wird ein Werkstück mit Hilfe spezieller Programme auf dem Computerbildschirm in kleinste Elemente mit bekannten Materialeigenschaften unterteilt.

Anhand simulierter Krafteinwirkungen kann dann geprüft werden, wie sich das jeweilige Werkstück bei realitätsrelevanten unterschiedlichen Druck-, Zug- oder Torsionskräften verhält. Ausgehend von in der quantitativen Computertomographie gewonnenen, möglichst umfassenden Eigenschaftsdaten eines Knochens lässt sich das Verfahren der Finite Elemente Analyse analog auch zur osteologischen Frakturresistenzanalyse nützen.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Überblick

Zu unserer Themenseite Medizin

Lesetipps
Eine Tafel mit digitale Ziffern und in der Mitte steht "KI"

© 3dkombinat / stock.adobe.com

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

Roboter schreibt mit einem Stift

© Shafay / Stock.adobe.com

Diagnostik, Dokumentation und Co

KI in der Medizin: Diese Limitationen sollten Ärzte im Blick haben