Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Diätberatungsstudie

Kompetenz ist nicht alles

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Angenommen, Sie wollen ein paar unschöne Speckpolster loswerden: Würden Sie sich dann bevorzugt von dem Kollegen Tipps geben lassen, der sein Gewicht selbst nicht im Griff hat? Vermutlich eher nicht.

Es ist also durchaus erstaunlich, wenn übergewichtige und adipöse Patienten in einer Studie unter den Hausärzten ausgerechnet diejenigen mit Übergewicht zu den besten Diätberatern küren. Zumindest der Augenschein spricht eher gegen die Richtigkeit dieses Urteils.

Zudem gibt es auch Untersuchungen, denen zufolge die Beratung zur Gewichtsreduktion bei dickeren Ärzten vergleichsweise mager ausfällt. Weshalb dann die Bestnoten für übergewichtige Ärzte?

Es ist nicht auszuschließen, dass mancher Patient mit allzu vielen Kilos die Beratung gerade deswegen schätzt, weil sie seltener und mit weniger Nachdruck erfolgt. Eher noch hat es aber damit zu tun, dass die Patienten sich von einem Arzt, der ihre Probleme am eigenen Leib erfährt, besser verstanden fühlen.

Empathie, Respekt, Fürsorge: Diese Aspekte der ärztlichen Versorgung kommen - wenn man Studien glauben darf - bei dicken Patienten häufiger zu kurz als bei schlanken. Der beste Diätberater ist eben nicht nur der mit der höchsten fachlichen Kompetenz.

Lesen Sie dazu auch: Diätberatung: Dicke Empfehlungen werden besser befolgt

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Schild, das den Weg zum nächsten WC anzeigt.

© fritz / Fotolia

Nicht jede Diarrhoe geht von allein

Akuter Durchfall: Wann mehr als Teefasten nötig ist