Direkt zum Inhaltsbereich

Langzeitfolgen

Krebs als Kind – erhöhtes Herz-Risiko als Erwachsener

Wer als Kind eine Krebserkrankung überlebt, hat im Erwachsenenalter ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Das bestätigen Ergebnisse einer Langzeitstudie.

Veröffentlicht:
Krebs in jungen Jahren = fast doppelt erhöhtes Risiko für Herzleiden, so eine Mainzer Studie.

Krebs in jungen Jahren = fast doppelt erhöhtes Risiko für Herzleiden, so eine Mainzer Studie.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia

MAINZ. Personen, die als Kind oder Jugendlicher eine Krebserkrankung überlebt haben, haben als Erwachsene ein fast zweifach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieses Ergebnis entstammt der Langzeitstudie CVSS (Cardiac and vascular late sequelae in long-term survivors of childhood cancer), die im "European Heart Journal" veröffentlicht wurde (doi: 10.1093/eurheartj/ehy026).

Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck traten bei ihnen häufiger und früher (acht beziehungsweise sechs Jahre) auf als in der Allgemeinbevölkerung. Diese klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei 80 Prozent der Studienteilnehmer erst in Folge der Studie entdeckt worden, erklären die Autoren in einer Mitteilung.

Empfehlung für Screening

"Frühe Screeningprogramme, die insbesondere Bluthochdruck und erhöhte Fettwerte im Fokus haben, sollten fester Bestandteil einer strukturierten Krebsnachsorge werden", sagt Studienleiter Prof. Jörg Faber (Universität Mainz) zu dem Studienergebnis. Diese Empfehlungen gelten für alle Tumorarten – damit widersprechen die Studienautoren Leitlinien, die kardiovaskuläre Untersuchungen nur bei bestimmten Tumorarten empfehlen. Durch Umstellung des Lebensstils oder durch blutdrucksenkende Arzneimittel könnte man dann verhindern, dass sich beispielsweise aus Bluthochdruck eine manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelt.

Die Mechanismen, nach denen sich bei früheren Krebserkrankungen später Herzerkrankungen entwickeln, wollen die Wissenschaftler nun weiter untersuchen. Bisher ist bekannt, dass zum Beispiel Bestrahlung oder Chemotherapie Herzzellen und Blutgefäße schädigen. Die Forscher vermuten zudem, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

An der CVSS-Studie nahmen 951 Erwachsene teil, die zwischen 23 und 48 Jahre alt waren. Ihre Daten wurden mit 15.000 Personen aus der übrigen Bevölkerung verglichen. (ajo)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

POET-II-Studie

Antibiotika bei infektiöser Endokarditis: Weniger kann reichen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist