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Deutsche Hochdruckliga zu Valsartan

Krebsangst darf Blutdrucktherapie nicht gefährden

Die Angst vor Krebs ist hoch und mancher Patient könnte den falschen Schluss ziehen, nun lieber ganz auf den Blutdrucksenker Valsartan zu verzichten, warnt nun auch die Deutsche Hochdruckliga. Ihr Rat: Patienten sollen in der Apotheke klären, ob ihr Präparat betroffen ist und sich dann an ihren Arzt wenden.

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Die Hochdruckliga wanrt: Patienten, die Valsartan einfach absetzen gefährden sich dadurch weit mehr als durch eine weitere Einnahme. © roger ashford / stock.adobe.com

Die Hochdruckliga wanrt: Patienten, die Valsartan einfach absetzen gefährden sich dadurch weit mehr als durch eine weitere Einnahme. © roger ashford / stock.adobe.com

© roger ashford / stock.adobe.co

HEIDELBERG. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL® ) befürchtet, dass der Valsartan-Skandal möglicherweise dazu führt, dass viele Patienten mit Bluthochdruck ihre Medikamente nun einfach nicht mehr einnehmen. In einer aktuellen Mitteilung betont die Experten, dies sei "ein fataler Irrtum. Denn auch wenn das Absetzen der Blutdruckmedikamente nicht zu Symptomen führe, riskiere der Patient lebensbedrohliche Komplikationen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Zugleich wird leise Kritik geäußert, dass es "sicherlich bei der Kommunikation des Problems, d. h. der Information der betroffenen Patienten, und dem Zusammenspiel zwischen Aufsichtsbehörden und Kostenträgern Defizite gegeben hat". Zudem wird das umständliche Prozedere für den Austausch. moniert.

Kritik an kompliziertem Valsartan-Austausch

 "Wünschenswert wäre es, wenn Patienten die Packung mit einem verunreinigten Präparat einfach in ihrer Apotheke gegen ein sicheres Präparat umtauschen könnten", betont Professor Bernhard K. Krämer, Vorstandsvorsitzender der DHL im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Momentan müssen Betroffene aber einen Termin mit ihrem Arzt ausmachen und sich erneut das Antihypertensivum verschreiben lassen.

Wenn sie dieses dann in der Apotheke abholen, müssen sie zudem noch einmal die Rezeptgebühr bezahlen. Die DHL® werde deshalb in den kommenden Wochen versuchen, für Patienten auf verschiedenen Ebenen bei Aufsichtsbehörden und Kostenträgern Klarheit und Verbesserungen zu erreichen. Dazu gehören auch bessere Informationen zu dem Skandal.

Die Experten verweisen nochmals auf die Stellungnahme des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), wonach kein akutes Risiko besteht. Dennoch bekräftigen sie die Empfehlung, die betroffenen Valsartan-haltigen Medikamente sofort auszutauschen. Zugleich besteht die Sorge, dass der Valsartan-Skandal letztlich auf die Therapietreue der Bluthochdruckpatienten schlägt.

"Die Angst vor Krebs ist bei jedem Menschen groß – und gerade die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie selbst lieb gewonnene Gewohnheiten verändern, wenn sie zu dieser Erkrankung führen können", schreibt die DHL® in ihrer Mitteilung.

Schlaganfallrisiko ohne Valsartan ist höher als Krebsrisiko mit Valsartan

Leider seien umgekehrt den wenigsten Betroffenen die langfristigen Gefahren von Bluthochdruck bewusst", so  Krämer. Er zieht einen Vergleich zur Risikoberechnung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. EMA..

Danach ist mit einem zusätzlichen Krebsfall pro 5000 Patienten durch Einnahme von 320 mg verunreinigtem Valsartan über sieben Jahre zu rechnen. Wenn jetzt aber 5000 Patienten ihre Bluthochdruckmedikamente über sieben Jahre nicht einnehmen, komme es zu deutlich mehr als nur einem Todesfall durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder anderer typischer Folgekomplikationen von Bluthochdruck. Die Todesrate würde stattdessen im hohen 2- bis 3-stelligen Bereich liegen würde, so Krämer.

Verunreinigtes Valsartan: Patienten sollen aktiv werden

Um dennoch das das Krebsrisiko – und sei es noch so gering – durch mit NDMA verunreinigtes Valsartan zu minimieren, rät die DHL, dass sich Valsartan-Patienten zuerst bei ihrer Apotheke rückversichern, ob sie überhaupt eines der betroffenen Medikamente erhalten haben und dann den Arzt zu informieren. "Die Ärzte verschreiben in der Regel den Wirkstoff, wissen aber nicht, welches Präparat dem Patienten vom Apotheker ausgehändigt wurde und können daher nicht proaktiv auf die betroffenen Patienten zugehen", erklärt Professor Peter Trenkwalder, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, diesen Rat.

Natürlich könne auch der Arzt direkt vom Patienten gebeten werden, anhand der auf dem Medikament aufgedruckten Chargennummer in der entsprechenden Onlinelis nachzuschauen, ob sein Valsartan-haltiges Medikament (Chargennummer wird nach Anklicken der jeweiligen Präparate angezeigt) überhaupt vom Rückruf betroffen ist. (run/eis)

Lesen Sie dazu auch: auch: Weitere NDMA-Verunreinigungen: Neue Rückrufwelle für Valsartan?

Dieser Beitrag wurde aktualisert am 14.8.2018 um 17 Uhr.

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