Direkt zum Inhaltsbereich

Regenerative Medizin

Künstliche Zähne aus Urin

Baumaterial für künstliche Zähne findet sich auch im Urin. Forscher aus China haben aus darin vorkommenden Zellen Zahnersatz gezüchtet.

Veröffentlicht:

GUANGZHOU. Zu schade fürs Urinal: In unserem Harn gibt es wertvolle Zellen, die in Zukunft Einsatz in der regenerativen Medizin finden könnten.

"Zähne sind nicht nur für ein schönes Lächeln wichtig, sondern auch für eine gute Gesundheit", so schreibt eine Gruppe von chinesischen Wissenschaftlern.

Die Stammzellforscher präsentieren in der Zeitschrift "Cell Regeneration" (2013, 2:6) eine neue Möglichkeit, Patienten-spezifische Ersatzzähne zu züchten. Die rudimentären Zähne seien etwas weicher als normale Zähne, hätten sonst aber ähnliche physikalische Eigenschaften, meldet laborwelt.de.

Pulpa, Dentinschicht und Zahnschmelz

Etwas gewöhnungsbedürftig sei einzig noch das Ausgangsmaterial, das die Mediziner aus Guangzhou verwenden: Sie gewinnen die induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) aus im menschlichen Urin vorkommenden Zellen.

Die fertigen zahnartigen Strukturen waren auch fast wie das Original aufgebaut. Sie besaßen ein Zahnmark (Pulpa), eine Dentinschicht und Zahnschmelz.

Außerdem entdeckten die Forscher sogenannte Dentalorgane, wichtige Organisationszentren bei sich entwickelnden Zähnen.

Bereits seit 2001 sei bekannt, dass Nierenzellen aus dem Urin in iPS-Zellen umgewandelt werden können, berichtet laborwelt.de. Der Vorteil der Methode ist, dass sie nicht-invasiv ist.

Der Nachteil: Im Urin kommen nur relativ wenige Zellen vor. Außerdem ist eine Verunreinigung mit Bakterien wahrscheinlicher als bei Spenderzellen aus zum Beispiel Blut oder Knochenmark.

Erfolgsquote von 30 Prozent

Für das Zahn-Experiment haben die Forscher die fertigen Urin-iPS-Zellen zunächst in Epithelzellen umgewandelt. Dann gaben sie aus Mauszähnen gewonnene Bindegewebszellen dazu.

Die Kombination dieser zwei Zelltypen führte innerhalb von drei Wochen zu den elementaren, zahnartigen Strukturen.

Die Erfolgsquote betrug 30 Prozent - vergleichbar mit Versuchen, bei denen embryonale Stammzellen eingesetzt wurden. (eb)

Mehr zum Thema

Demenz-Forschung

Alzheimer: Anti-Tau-Therapie verfehlt klinischen Endpunkt

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?