Dialyse

Kuratorium fordert mehr Geld für Personal

Dialysepraxen kämpfen mit Kostenanstieg von 60 Prozent in 15 Jahren und knapper werdendem Personal.

Veröffentlicht:

Berlin. Vor dem Hintergrund eines Personalkostenanstiegs von rund 60 Prozent in den vergangenen 15 Jahren und 18 Prozent in den letzten fünf Jahren fordert das Kuratorium (KfH) für Dialyse eine differenzierte Anhebung der Pauschalen für Personal- und Sachkosten.

Die gegenwärtig gezahlte und lediglich nach der Praxisgröße differenzierte Pauschale bildet nach Angaben des KfH-Vorstandsvorsitzenden Professor Dieter Bach nicht mehr adäquat die tatsächlichen Kosten ab.

Vielmehr müsse eine von der Schwere des Behandlungsfalls und der jeweiligen Komorbiditäten abhängige Vergütung gefunden werden. Im ersten Schritt wäre eine Erhöhung zwischen zwei und drei Prozent auskömmlich, so Bach im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung.

Das KfH, das etwa 22 Prozent der insgesamt rund 76 000 Dialyse-pflichtigen Patienten und weitere 70 000 noch nicht Dialyse-pflichtige Patienten bundesweit versorgt, klagt ebenso wie Kliniken über Schwierigkeiten, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden.

Zahl der Dialyse-pflichtigen Patienten wächst nicht mehr

Trotz demografischer Alterung wachse als Folge verbesserter medizinischer Prävention zwar die Zahl der Dialyse-pflichtigen Patienten nicht mehr. Hingegen nehme aber die Komplexität der Behandlung und Betreuung aufgrund eines steigenden Durchschnittsalters der Patienten und vermehrter Komorbiditäten zu. Das habe zu einer spürbaren Arbeitsverdichtung geführt.

Aufgrund des Pflegepersonalstärkungs-Gesetzes, das es den Krankenhäusern ermöglicht, alle Pflegepersonalkosten an die Kassen zu überwälzen, werde es in der ambulanten Versorgung immer schwieriger, Pflegestellen zu besetzen.

Die Zeit bis zur Wiederbesetzung einer offenen Stelle habe sich binnen kurzer Zeit verdoppelt. Inzwischen greife man auf qualifizierte Medizinische Fachangestellte zurück – aber auch diese Mitarbeiterinnen seien inzwischen knapp geworden. (HL)

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Kommentare
Dr. Raeder 08.01.202008:18 Uhr

Ich denke, oft ist eine Nierendialyse nicht indiziert. Die GFR ist kein Maß für die Notwendigkeit einer Dialyse. Bei fast allen Patienten kann die GFR mit keinem Verfahren bestimmt werden. Alle GFR-Formeln verbieten die tubuläre Rückresorption der harnpflichtigen Substanzen. Beim absoluten oder relativen Flüssigkeitsmangel, also auch beim zu kleinen Herzzeitvolumen, kommt es aber immer zur kompensatorischen tubulären Rückresorption. Dadurch werden die Konzentrationen im Sekundärurin und im Plasma verändert. Alle GFR-Formeln und alle Clearance-Methoden liefern falsche Ergebnisse. Mit der Nierendialyse sollen die Auswirkungen einer Urämie verhindert werden. Also müssen die Konzentrationen der schädlichen Stoffe im Blut zur Indikationsstellung einer Nierendialyse bestimmt werden. Kreatinin und Cystatin C gehören nicht zu diesen Stoffen.

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