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Kurze Immuntherapie bietet Vorteile für Patienten und Praxis

HAMBURG (awa). Für die Kurzzeit-Immuntherapie bei Pollenallergie werden drei Jahre hintereinander nur jeweils vier Injektionen innerhalb von drei Wochen benötigt. Die einfache Dosierung und kurze Dauer verbessert die Compliance der Patienten. Sie bietet auch Vorteile für Ärzte und Praxispersonal.

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Ohne spezifische Immuntherapie (SIT) entwickeln bis zu 50 Prozent der Patienten mit Heuschnupfen innerhalb von acht Jahren Asthma bronchiale. Eine SIT kann somit den "Etagenwechsel" zum Asthma bronchiale verhindern und Asthma-Symptome lindern. Doch die bisher einzige kausale Therapie wird von Patienten nicht besonders gut angenommen. Für Dr. Gabriela Fiedler, Dermatologin aus Weißenfels, liegt das vor allem an den langwierigen Zyklen der Langzeit-SIT.

Mindestens drei Jahre müssen die Patienten durchhalten und mehr als 50 Injektionen über sich ergehen lassen. Seit 1999 gibt es zur Therapie mit Gräser-/Roggenpollen und Baumpollen die Kurzzeit-Immuntherapie mit Pollinex Quattro, einer Kombination aus Allergoiden und dem Adjuvans Monophosphoryl Lipid-A (MPL®).

"Die Kurzzeit-Immuntherapie ist einfach zu dosieren, spart Zeit für Patient, Arzt und Praxispersonal, ist gut planbar und kann ab Ende der Pollenflugsaison bis fünf Wochen vor der nächsten Saison gemacht werden", so Fiedler bei einer Veranstaltung des Unternehmens Bencard in Hamburg zu den Vorteilen der Kurzzeit-SIT verglichen mit der konventionellen Langzeit-SIT. Auch Spätentschlossene könnten noch kurz vor dem Pollenflug therapiert werden.

In ihrer Praxis behandelt Fiedler jährlich etwa 400 Pollenallergiker mit der Kurzzeit-SIT, davon 178 Patienten derzeit in einer Studie. Die Ergebnisse nach zwei Jahren aus placebokontrollierten Doppelblindstudien und einer Anwendungsbeobachtung bestätigten die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit. Nach einem Jahr wurden die Symptome bei bereits 60 Prozent der Patienten stark gelindert, nach zwei Jahren bei 64 Prozent.

Im Vergleich zur Saison davor sank der Verbrauch an Antiallergika signifikant. Vor der Therapie nahmen 55 Prozent regelmäßig Medikamente ein. Nach dem zweiten Zyklus waren es nur noch acht Prozent. Im ersten Jahr beurteilten jeweils 42 Prozent der Patienten die Therapie als sehr gut und gut, im zweiten Jahr 70 Prozent und 30 Prozent.

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