Schlaganfall

Kurze Spezialtherapie für gelähmte Hände fördert das Zupacken

ATLANTA (gwa). Nach einem Schlaganfall mit Armparesen lohnt es sich auch noch nach Monaten, gezielt die Armfunktion zu fördern: etwa mit einem 14tägigen Taubschen Training. Dabei wird der gesunde Arm ruhiggestellt und gezielt mit dem gelähmten geübt. Die Effekte halten mindestens ein Jahr an.

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Das ergab eine prospektive Multicenterstudie von Kollegen um Dr. Steven L. Wolf von der Universität in Atlanta (JAMA 296, 2006, 2095). 222 Patienten hatten drei bis neun Monate zuvor einen Schlaganfall gehabt mit Armparesen. Sie erhielten entweder ihre Therapie weiter, etwa Physiotherapie (Kontrollgruppe), oder es wurde 14 Tage lang ein Taubsches Training (Forced-Use Therapie, FUT) gemacht.

Tagsüber steckte die gesunde Hand dieser Patienten in einem Spezialhandschuh, so daß sie die Finger nicht benutzen konnten. Dann trainierten sie etwa sechs Stunden täglich den gelähmten Arm, etwa mit Greifübungen. Ergebnis: Nach einem Jahr konnten die Patienten der FUT-Gruppe ihre teilgelähmte Hand im Vergleich zum Studienbeginn und zur Kontrollgruppe besser nutzen. Das ergab der Wolf Motor Function Test.

Geprüft wird, wie lange Patienten für 17 standardisierte Aufgaben wie Greifübungen brauchen. Patienten der FUT-Gruppe brauchten nur noch die Hälfte der Zeit (Kontrollgruppe: ein Viertel weniger Zeit). Und bei 30 geprüften Alltagsbewegungen (Motor Activity Log) wie Greifen nach Besteck nutzten FUT-Patienten die gelähmte Hand häufiger (30 versus 13 Prozent in der Kontrollgruppe).

FUT wird in Deutschland in einigen Zentren angeboten, etwa in der Uni Jena und der Uni Eppendorf-Hamburg (UKE). Die Kassen übernehmen die Kosten von 2420 Euro (UKE) nur nach Einzelfallentscheidung.

Infos zu FUT, auch der Beine, etwa über die neurologische Physiotherapie im UKE, Tel.: 0 40 / 4 28 03 -27 96

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