Skelett- & Weichteilkrankheiten

Lange Bettruhe schadet den Knochen nicht

WIESBADEN (ner). Die Knochenmasse junger Erwachsener passt sich rasch der körperlichen Aktivität an, positiv wie negativ. So war der Knochenmasseverlust bei jungen Männern nach 90-tägiger Bettruhe voll reversibel.

Veröffentlicht: 12.05.2009, 05:00 Uhr

Kontinuierliches Sporttreiben seit der Jugend lässt das Skelett mit gut gefülltem Knochenmassekonto in die physiologische Phase des allmählichen Knochenabbaus gehen. Weder beeinflussen Knochenmasseverluste bei zeitweise körperlicher Inaktivität die durchschnittliche Knochenmasse negativ, noch bleibt bei nur passager erhöhter körperlicher Aktivität die Zunahme der Knochenmasse erhalten, berichtete Dr. Karsten Dreinhöfer aus Ulm beim OrthoTrauma-Update in Wiesbaden.

In einer Studie hatten sich 25 junge Männer 90 Tage lang ins Bett gelegt und waren anschließend remobilisiert worden. Die Knochenmasse erreichte rasch wieder das Ausgangsniveau von vor der Immobilisation. Nach einem Jahr hatten sich Knochendichte und Knochenumbauprozesse vollständig normalisiert. Die Zunahme der Muskelmasse ging dem Umbau des Knochens zeitlich voraus.

In einer anderen Untersuchung war bei den zu Studienbeginn 17 Jahre alten Teilnehmern zwölf Jahre lang regelmäßig die Knochendichte gemessen worden. Bei 51 sportlich aktiven Menschen, die im Verlauf allmählich immer weniger Sport getrieben hatten, passte sich die Knochendichte allmählich der von 25 Nicht-Sportlern an. 16 weitere Teilnehmer, die dagegen konstant sportlich aktiv geblieben waren, behielten ihre hohe Knochendichte bei.

"Beide Studien zeigen, dass sich die Knochenmasse im jungen Erwachsenenalter rasch der jeweiligen physikalischen Aktivität anpasst", sagte Dreinhöfer. Eine passager erhöhte oder verminderte körperliche Aktivität habe insgesamt keine dauerhaften Auswirkungen auf die Knochenmasse.

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