Innere Medizin

Lichtblitze entspannen bei Tinnitus und lenken ab

Veröffentlicht: 13.11.2006, 08:00 Uhr

HAMBURG (gwa). Eine Photostimulation mit Lichtbrillen ist offenbar eine Option bei Tinnitus. Clou des Verfahrens: Die Lichtreize lenken die Aufmerksamkeit auf die optischen Eindrücke, so daß das Ohrgeräusch in den Hintergrund tritt. Und die niedrigfrequenten Impulse führen über eine Triggerung der Hirnwellen zur Tiefenentspannung.

Entspannungsverfahren wie autogenes Training - fünf Wochen lang - gehören zu den Optionen bei Tinnitus. Doch Verfahren mit gesprochener Anleitung können die Aufmerksamkeit zusätzlich auf das Ohrgeräusch lenken. Auch werden in der Entspannungsruhe Ohrgeräusche oft noch lauter und störender empfunden als im Alltag.

Professor Sven Tönnies von der Universität Hamburg prüfte deshalb bei 17 Patienten, welche Effekte eine Photostimulation bei Tinnitus hat. Bekannt ist, daß eine solche Stimulation über die Triggerung von Hirnwellen eine Tiefenentspannung auslösen kann. Das Verfahren wird nach Angaben von Tönnies zum Beispiel zur Therapie bei chronischen Schmerzen oder Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen eingesetzt.

Die Patienten, die seit zehn bis 30 Jahren einen Tinnitus hatten, erhielten etwa fünf Wochen zweimal pro Woche eine 30minütige Therapie mit Lichtbrillen. In jeder Sitzung wurden die Frequenzen der Lichtimpulse von anfänglich 10 Hz (Hertz) stufenweise auf 2 Hz reduziert und zum Schluß kurzfristig auf 99 Hz erhöht.

Penetranz des Tinnitus, körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen wie Hör- und Schlafprobleme wurden etwa mit dem Tinnitusfragebogen und einer visuellen Analogskala erfaßt.

Ergebnis: Tinnituspenetranz und Beeinträchtigung durch die Ohrgeräusche nahmen ab, das Allgemeinbefinden war besser. Keinen Einfluß hatte die Therapie auf körperliche Beschwerden.

Handelsübliche Lichtbrillen gibt es nach Angaben von Tönnies etwa unter www.mindfield.de. Kontraindiziert ist die Photostimulation etwa bei Epilepsie oder Augenkrankheiten.

Mehr zum Thema

Thorax-CT versus POCUS

Einfache COVID-19-Diagnostik mit Lungenultraschall

PARTNER-3-Studie nach zwei Jahren

TAVI behält die Nase vorn bei Aortenklappenstenose

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Einfache COVID-19-Diagnostik mit Lungenultraschall

Thorax-CT versus POCUS

Einfache COVID-19-Diagnostik mit Lungenultraschall

Wer braucht schon Masken im Kampf gegen Corona?

Praxisumbau wegen COVID-19

Wer braucht schon Masken im Kampf gegen Corona?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden