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Lösen Hormone Restless-Legs-Syndrom aus?

WIESBADEN (ars). Möglicherweise beeinflußt der Hormonhaushalt bei Frauen die Entstehung des Restless legs Syndroms (RLS). Denn: Vom RLS sind Frauen, die Kinder bekommen haben, häufiger betroffen als Frauen, die keine Kinder geboren haben. Diese haben ein ähnliches RLS-Risiko wie Männer.

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Die Diagnose RLS wird ausschließlich nach klinischen Zeichen gestellt. Allerdings gibt es bisher keinen standardisierten Fragebogen, mit dem sich die einzelnen Merkmale abfragen lassen.

Darauf hat Professor Claudia Trenkwalder aus Kassel auf dem Neurologenkongreß in Wiesbaden hingewiesen. Immerhin gibt es eine Skala mit zehn Fragen. Damit kann man den Schweregrad des Syndroms ermitteln.

Studien zur Prävalenz beruhen gewöhnlich auf den vier Kriterien, die zur Diagnose eines RLS erfüllt sein müssen: Es besteht ein Bewegungsdrang der Beine, der von Mißempfindungen begleitet wird, sich in Ruhe verschlechtert, durch Bewegung aber besser wird und nachts schlimmer ist als tagsüber.

Zwischen sieben und neun Prozent der Bevölkerung in westlichen Ländern antworten auf alle Punkte mit "ja", wobei Menschen ab 65 Jahre und Frauen deutlich überwiegen: In diesen beiden Gruppen leidet jeder Zehnte daran.

Aber auch schon Kinder können erkranken. Oft werde dann jedoch fälschlicherweise eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert.

Bei Asiaten kommt das RLS wesentlich seltener vor: In Japan zum Beispiel geben nur 0,5 Prozent der Männer und 1,2 Prozent der Frauen die typischen Beschwerden an, berichtete Trenkwalder auf einem Symposium des Unternehmens Boehringer Ingelheim.

Warum das RLS besonders Frauen zu schaffen macht, ist noch unklar. Die Pathogenese wird wohl vom weiblichen Hormonhaushalt beeinflußt: Das Erkrankungsrisiko ist um so größer, je mehr Kinder eine Frau geboren hat. Bei Frauen, die keine Kinder geboren haben, ist es gleich hoch wie bei Männern. Zudem ändert sich die Ausprägung eines RLS mit dem Menstruationszyklus. Einen Hinweis gibt auch die Tatsache, daß die Beschwerden gehäuft bei Schwangeren auftreten, meistens im letzten Trimenon.

Von Bedeutung ist ferner, daß ein RLS durch Eisenmangel hervorgerufen werden kann, für den Frauen durch Geburten und Regelblutungen besonders anfällig sind. Möglich wäre aber auch, daß Frauen die Unruhe der Beine stärker wahrnehmen und mehr klagen als Männer - eine Beobachtung, die Trenkwalder durch die Erfahrungen aus ihrem Klinikalltag bestätigen kann.

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