Weitere Fälle in Deutschland

Lungenkrankheit in China – noch kein Ende in Sicht

Erneut ist die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV deutlich gestiegen. Inzwischen ist von 14.000 bestätigen Fällen allein in China die Rede. In Deutschland wurden zehn Fälle bestätigt.

Von Jörn Petring Veröffentlicht:
In Sorge über die weiter steigende Zahl an Infektionen mit dem neuen Coronavirus: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO (hier während einer Pressekonferenz im europäischen Hauptsitz der UN) hat daher heute ein weiteres Treffen initiiert.

In Sorge über die weiter steigende Zahl an Infektionen mit dem neuen Coronavirus: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO (hier während einer Pressekonferenz im europäischen Hauptsitz der UN) hat daher heute ein weiteres Treffen initiiert.

© Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Peking/Paris. Die Zahl der Infektionen und Todesopfer durch die Lungenkrankheit – ausgelöst durch das neue Coronavirus 2019 n-CoV – ist erneut gestiegen. Wie die chinesische Gesundheitsbehörde mitteilte, stieg die Gesamtzahl der Todesfälle Anfang Februar nun auf über 300. Die Zahl der bestätigten Erkrankten stieg auf über 14.380 Fälle in China (Stand 2. Februar).

Nachdem auch Tibet die erste Erkrankung mit dem neuen Coronavirus gemeldet hatte, sind nun in allen Regionen und Provinzen Chinas Infektionen nachgewiesen. Die ersten Fälle waren Ende Dezember in der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetreten.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Auch außerhalb Chinas werden immer mehr Fälle bestätigt (siehe nachfolgende Tabelle).

So meldete Frankreich eine weitere Infektion. Bei der mittlerweile fünften Erkrankung im Land handele sich dabei um die Tochter des ebenfalls erkrankten 80-jährigen Touristen aus China, teilte das französische Gesundheitsministerium mit.

Der Zustand des 80-Jährigen sei ernst, der Mann werde weiter in einem Pariser Krankenhaus behandelt. Außerdem habe sich der Zustand eines weiteren infizierten etwa 30-Jährigen verschlechtert, der seit Ende vergangener Woche behandelt wird.

Infizierte Deutsche aus Bayern in klinisch gutem Zustand

In Deutschland bestätigte das bayerische Gesundheitsministerium, dass es derzeit acht Infizierte gebe (Stand 2.2., 13 Uhr) . Sieben sind Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch der erste Fall bekannt geworden ist. Die Ansteckung ging von einer Kollegin aus China aus, wo jetzt jede Provinz und Region betroffen ist. Betroffen ist auch die Tochter eines der Mitarbeiter.

Die Patienten in Bayern waren auch noch am Wochenende nach Angaben des behandelnden Chefarztes Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing symptomfrei und in klinisch gutem Zustand. Alle Patienten blieben allerdings weiterhin zur klinischen Beobachtung in der Klinik.

Wie bereiten Sie sich in der Praxis auf mögliche 2019-nCoV-Infektionen vor?

Schreiben Sie uns gerne auch mehr unter gp@springer.com
Wir haben einen extra Infektionsraum und Einmalkittel.
8 %
Übliche Hygienemaßnahmen wurden nochmals intensiviert.
22 %
Im Verdachtsfall erfolgt direkt die Klinikeinweisung.
24 %
Es wurde noch nichts vorgenommen.
45 %

Viele Staaten, darunter auch Deutschland, arbeiten weiter daran, ihre Bürger aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in Zentralchina auszufliegen. In Japan kehrte am Donnerstag bereits die zweite Chartermaschine mit 210 Landsleuten aus Wuhan zurück. Am Vortag waren bereits 206 Japaner heimgeholt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen ist bisher keiner von ihnen positiv auf den neuen Erreger worden. Auch die USA hatten am Mittwoch rund 200 Staatsbürger ausgeflogen.

Zwei Infektionen unter deutschen Heimkehrern

Inzwischen ist der Flieger der Bundeswehr, der Deutsche aus Wuhan geholt hat in Deutschland gelandet. Die rund 100 Deutschen und ihre Angehörigen, die sich in der Region um die Millionenstadt Wuhan aufgehalten haben, sind nun in der Südpfalz-Kaserne untergebracht worden. Inzwischen wurden auch hier zwei Infektionsfälle gemeldet.

In der pfälzischen Ausbildungskaserne gibt es medizinische Einrichtungen, um die Menschen zwei Wochen abgeschottet in Quarantäne zu betreuen. „Das ist eine gute Lösung, um die Rückkehrer, ihr Umfeld und die Gesamtbevölkerung gleichermaßen zu schützen.“ Das Ansteckungsrisiko werde so minimiert, sagte dazu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus und Notfallchef Michael Ryan zeigten sich am Mittwoch besorgt über die „rapide Ausbreitung“ der Lungenkrankheit. Sie seien jedoch sehr beeindruckt von den chinesischen Aktivitäten.

„Das chinesische Verhalten während des Sars-Ausbruchs und das chinesische Verhalten heute – absolut kein Vergleich“, sagte Ryan, der 2003 auch während des Sars-Ausbruchs schon involviert war. Die Tatsache, dass es bislang nur einige Dutzend Fälle im Ausland gebe, sei den rigorosen Maßnahmen Chinas zu verdanken.

Auf die Frage, ob die WHO das Ausfliegen von Ausländern empfiehlt, sagte Tedros: „Die Entscheidung liegt natürlich bei jedem Land selbst. Aber sie müssen gut darauf vorbereitet sein, wenn das Virus auf diesem Weg eingeschleppt wird.“

WHO ruft Notlage aus

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Donnerstag erneut den Notfall-Ausschuss einberufen.

Am Abend kam dann die Meldung: Die WHO ruf wegen der Epidemie mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV die „internationale Notlage“ aus. Allerdings verzichtet die WHO auf Reisewarnungen, sagte Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend in Genf. Es ist das sechste Mal, dass die WHO so eine Notlage ausruft.

Immer mehr Fluglinien stoppen Verbindungen nach China

Nach British Airways und der Lufthansa kündigen immer mehr Fluggesellschaften an, ihre Flüge nach China einzustellen. Auch die spanische Fluggesellschaft Iberia streicht ab Freitag zunächst alle Verbindungen von und nach China.

Die Airline bietet normalerweise drei Flüge pro Woche zwischen Madrid und Shanghai an. (dpa)

Mehr zum Thema

Infektprophylaxe in der Rheumatologie

Keine Angst vor Rheumaschüben nach Grippeimpfung!

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann