Macrogol bei Dauer-Obstipation bewährt

NÜRNBERG (eim). Zu den häufigsten Beschwerden bei alten Menschen gehören Obstipationen. Mehr als 50 Prozent der Patienten ab 65 Jahre erhalten in Pflegeheimen oder Krankenhäusern Laxanzien wegen chronischer Obstipation. Bewährt haben sich hierfür Macrogol-Elektrolytlösungen.

Veröffentlicht:

Grundsätzlich unterscheidet sich die Therapie bei alten Menschen mit Obstipation nicht von der bei Jüngeren. Daran erinnerte Dr. Ahmed Madisch von der Universitätsklinik Dresden bei einer von Falk Foundation unterstützten Veranstaltung in Nürnberg. Allgemeine Maßnahmen sind ein Toilettentraining, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine faserreiche Kost, die etwa 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag enthält. Zwei Scheiben Vollkornbrot (100 g) enthalten etwa 8,4 g Ballaststoffe, und eine Portion Müsli (50 g) enthält 5 g.

Nutzen ist in kontrollierten Studien belegt.

Laxans der ersten Wahl seien PEG-(Macrogol)-Elektrolytlösungen, da sie dosisabhängig gut steuerbar sind und wenig unerwünschte Wirkungen haben. Das ist in kontrollierten Studien belegt, wie Madisch berichtete. Auch sinnvoll sind Ballaststoffe, vor allem die wasserlöslichen Gelbildner wie die Flohsamenschalen, da sie kaum blähen.

Ebenfalls ein häufiges Problem im höheren Lebensalter ist die Stuhlinkontinenz. Die Therapie richtet sich im Wesentlichen nach den Symptomen. Madisch schlägt vor, mit allgemeinen Maßnahmen wie Aufklärung, Ernährungsberatung, Stuhlregulierung und Toilettentraining zu beginnen. Abführmittel helfen dabei, dass der Stuhl zu einer festen Zeit entleert wird. Weiter empfiehlt er eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Bewegung. Bei einigen Patienten ist auch die Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation und Biofeedbackmethode effektiv. Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten erschöpft sind, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cyberangriffe & Co.

So reagieren Arztpraxen im IT-Notfall richtig

Gendermedizin

Lena Marie Seegers: Ein Herz für Frauenherzen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Madrid bei Sonnenuntergang.

© Shansche / Getty Images / iStock

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen