Rheuma

Makrokapillaren - ein Frühzeichen für Sklerodermie

AMSTERDAM (gvg). Mit der nicht-invasiven Kapillaroskopie kann das Sklerodermie-Risiko bei Menschen mit Raynaud-Phänomen bestimmt werden. Sind die Kapillaren des Nagelfalzes und angrenzenden Nagelbettes vergrößert, ist das Risiko Betroffener 160fach erhöht im Vergleich zu Menschen mit Raynaud-Symptomen, aber normal dünnen Kapillaren. Untersucht wird mit einem Ophthalmoskop oder mit digitaler Videokapillaroskopie.

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Dr. Slavica Pavlov-Dolijanovic aus Belgrad in Serbien hat auf dem Europäischen Rheumatologenkongreß in Amsterdam eine Studie vorgestellt, bei der 2907 Patienten mit Raynaud-Phänomen eine Kapillaroskopie erhielten. Die Nachbeobachtungszeit der Studie betrug 13 Jahre.

Es zeigte sich, daß etwa ein Viertel der Patienten eine rheumatische Erkrankung entwickelten. Auffällig: Bei Patienten, die eine Rheumatoide Arthritis, einen systemischen Lupus erythematodes oder ein Sjögren-Syndrom bekamen, war der Kapillarbefund am Nagelfalz meist unauffällig.

Bei jenen knapp zehn Prozent der Untersuchten aber, die im Verlauf eine Sklerodermie entwickelten, waren die Kapillaren fast immer schon auffällig, bevor andere klinische Symptome der Sklerodermie auftraten.

So wurden bei 93 Prozent dieser Patienten mit Hilfe der Kapillaroskopie im Mittel sechs Monate vor der Diagnosestellung Makrokapillaren gefunden, wie Pavlov-Dolijanovic berichtete. Als Makrokapillaren bezeichnet man deutlich vergrößerte und verdickte Kapillarschlaufen. Sie sind typisch bei Sklerodermie.

Aus den Studiendaten errechnete Pavlov-Dolijanovic das Sklerodermie-Risiko für Betroffene mit Raynaud und Makrokapillaren. Es sei 160fach erhöht im Vergleich zu Menschen mit Raynaud-Phänomen, aber unauffälligen Kapillaren.

Dr. Maurizio Cutolo von der Universität Genua betonte, daß der Nutzen der Kapillaroskopie in der Rheumatologie durch digitale Bildverarbeitung noch gesteigert werden könne. Die digitale Videokapillaroskopie ermöglicht nämlich quantitative Auswertungen der Gefäßveränderungen per Computer.

Cutolo wies auch auf einen weiteren Vorteil hin: Bilder und Daten könnten in Zukunft auch eingesetzt werden, um etwa den Therapie-Erfolg bei Sklerodermie zu beurteilen.

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