Deutschland, Neuseeland, Madagaskar

Masern-Ausbrüche in vielen Regionen der Welt

Nach dem Masernausbruch an einer Schule in Hildesheim hat sich die Zahl der Erkrankten im Landkreis weiter erhöht. Auch andere Staaten haben derzeit mit Masern zu kämpfen – etwa Neuseeland oder Madagaskar.

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Masern-Viren sind in einigen Staaten derzeit im größeren Stile im Umlauf.

Masern-Viren sind in einigen Staaten derzeit im größeren Stile im Umlauf.

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

HILDESHEIM. Im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) ist die Zahl der erfassten Masernfälle auf 24 gestiegen. Vorausgegangen war ein Masernausbruch an einer Schule.

Neu erkrankt seien zwei Geschwisterkinder bereits erkrankter Kinder sowie ein weiterer Mensch, wobei es sich nicht um einen Schüler handle, teilte der Landkreis am Montag mit.

Nur noch geimpfte Schüler dürfen die Oskar-Schindler-Gesamtschule bis zum Ende der kommendem Woche besuchen. Zahlreiche Schüler hätten sich am Montag beim Gesundheitsamt gemeldet, um ihre Immunität gegen die Krankheit nachzuweisen, teilte der Landkreis mit. Insgesamt sind am Dienstag daraufhin 107 Schüler wegen fehlenden Impfschutzes bis Ende kommender Woche vom Unterricht ausgeschlossen worden.

Das Gesundheitsministerium in Hannover hatte die drastische Maßnahme, den Schülern den Zugang zur Schule zu verwehren, gerechtfertigt. Die Schule müsse in Absprache mit der Kreisgesundheitsbehörde eine rechtliche Abwägung zwischen der Schulpflicht und dem Schutz der Kinder vor einer ansteckenden Krankheit vornehmen.

Impfquoten über Bundesdurchschnitt

Hildesheim hat im Vergleich zu anderen Landkreisen in Deutschland eine hohe Impfquote, was die Masern-Impfung anbelangt. Das geht aus der vom Robert Koch-Institut aufgebauten KV-Impfsurveillance hervor.

Zugrunde liegen Daten von Säuglingen des Jahrgangs 2014, die die erste Masern-Impfung im Alter von 15 Monaten erhalten haben und die zweite Impfung im Alter von 24 Monaten.

Demnach haben im Landkreis Hildesheim 93,2 Prozent dieser Kleinkinder die erste Masern-Impfung bekommen. Der Bundesschnitt liegt bei 89,5 Prozent.

Auch, was die zweite Masern-Impfung betrifft, liegt Hildesheim mit 81,6 Prozent über dem deutschlandweiten Schnitt von 73,9 Prozent (siehe nachfolgende Karte).

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Impfpflicht gefordert

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat unterdessen ihre Forderung nach einer Impfpflicht erneuert. Masern seien extrem ansteckend und potenziell tödlich. „Es ist mir nicht verständlich, warum trotz dieser Datenlage Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen“, sagte der DGKJ-Generalsekretär Burkhard Rodeck.

Auch bundesweit mehren sich derzeit die Masernfälle: In den ersten sieben Wochen des Jahres wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge bereits 132 Fälle registriert – nach 46 Fällen im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2018 hat das RKI insgesamt 543 Masernfälle registriert.

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Steigende Masernzahlen in mehreren Ländern

Auch andere Staaten kämpfen derzeit mit Masernausbrüchen. Auf Neuseeland wurden in den vergangenen Tagen mehr als zwei Dutzend Erkrankungen registriert, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten.

Mit einem sofortigen Impfprogramm, für das der Staat 100.000 Impf-Dosen kostenlos zur Verfügung stellt, soll dies verhindert werden, dass sich die Masern schnell ausbreiten.

Gesundheitsminister David Clark appellierte vor allem an Eltern, ihre Kinder vorbeugend impfen zu lassen. Auffällig ist, dass auch viele Erwachsene an Masern erkrankt sind – etwa ein Drittel aller bekannten Fälle betreffen die Altersgruppe von 29 bis 50 Jahren. Erwachsenen wurde daher empfohlen, ihren Impfschutz prüfen zu lassen.

Größeren Masern-Epidemien gibt es derzeit auch in der Ukraine, auf den Philippinen und in Madagaskar, wo die Zahl der Maserntoten auf über 1100 gestiegen ist.

Das Kinderhilfswerk Unicef deswegen schlug kürzlich Alarm. Masernausbrüche haben weltweit alarmierende Ausmaße angenommen, betont UNICEF in einer Mitteilung. (dpa/ths)

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