Masern: Hohes Infektionsrisiko für medizinisches Personal

WIESBADEN (skh). Auch zwei Jahre nach dem Scheitern des WHO-Ziels, Masern bis 2010 auszurotten lässt der Impfstatus nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch beim medizinischen Personal zu wünschen übrig. Das ist alarmierend, besonders weil das Infektionsrisiko bei medizinischem Personal bis zu 19 mal so hoch ist wie in der Normalbevölkerung.

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Darauf weist Privatdozentin Dr. Sabine Wicker von der Uniklinik Frankfurt/Main hin. 2010 wurden in Frankfurt Medizinstudenten vor Beginn des klinischen Studiums untersucht. Das Ergebnis: Nur knapp zwei Drittel davon hatten die von der STIKO empfohlenen mindestens zwei Masern-Impfungen bekommen.

Und: Bei etwa 20 Prozent der ausreichend Geimpften ließ sich serologisch kein ausreichender Impfstatus nachweisen. Dieser Zustand sei bei Studenten, die unmittelbar vor Beginn des täglichen Patientenkontaktes stehen, eigentlich nicht tragbar, so Wicker.

Im Jahr 2011 habe es in Deutschland zwei Maserntote gegeben. Beide hatten sich innerhalb von medizinischen Einrichtungen angesteckt.

Nosokomiale Masernausbrüche seien zudem kostspielig: Ein Ausbruch in den USA habe circa 600.000 Euro gekostet (J Infect Dis 2011; 203 (11): 1517). Die 14 Patienten und über 8000 untersuchten Kontaktpersonen, die nach der Exposition freigestellt werden mussten, hatten 1890 ausgefallene Arbeitstage verursacht. (skh)

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