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Künstliche Herzklappen

Material wehrt Plättchen ab

Veröffentlicht:

KIEL. Ein neues Beschichtungsverfahren könnte das Thromboserisiko bei künstlichen Herzklappen senken.

Forschern der Uni Kiel (CAU) ist es in Kooperation mit der Uniklinik Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, gelungen, mit einem rein mechanischen Verfahren den weichen Kunststoff PDMS (Polydimethylsiloxan) mit dem hochstabilen Kunststoff PEEK (Polyetheretherketon) zu verbinden (Nanoscale Horizons 2019; 4: 947), teilt die Uni Kiel mit.

„Durch eine verhältnismäßig einfache Beschichtungsmethode konnten wir ein Polymerkomposit herstellen, das die Eigenschaften der beiden Stoffe in idealer Weise kombiniert“, wird Leonard Siebert, der in der Arbeitsgruppe „Funktionale Nanomaterialien“ an der CAU promoviert, in der Mitteilung zitiert.

Dabei werden die Oberflächen der beiden Materialien mechanisch ineinander verhakt. Dadurch wurde der blutabweisende Kunststoff PDMS robust genug, um auch starken Druckbelastungen standzuhalten, wie denen einer sich ständig öffnenden und schließenden Herzklappe.

Erste Labortests an der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie des UKSH, Campus Lübeck, bestätigten, so die Uni Kiel, dass auf dem neuen Kompositmaterial deutlich weniger Thrombozyten anhaften als auf herkömmlichen Materialien wie Titan oder diamantähnlichen Kohlenstoffschichten.

„Kunststoffe, die gleichzeitig flexibel und robust sind, könnten besonders interessant sein für sogenannte Transkatheterklappen. Sie werden ja durch eine schonende, minimalinvasive Methode ohne Operation in den Körper eingeführt und müssen daher besonderen Materialanforderungen genügen“, unterstreicht Professor Hans-Hinrich Sievers, UKSH, die Bedeutung, die das neue Verfahren für medizinische Anwendungen haben könnte. (eb)

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