Kommentar

Meilenstein bei Diabetes

Die Alltagstauglichkeit eines künstlichen Pankreas zur Versorgung mit Basalinsulin wurde in einer firmenunabhängigen Studie belegt.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Seit vielen Jahren träumen Diabetiker von einem künstlichen Pankreas, der dem Körper automatisch die in jeder Situation benötigte Insulinmenge genau bemessen zuführt. Ein erstes solches Hybrid-System zur automatisierten Versorgung mit Basalinsulin ist vor drei Jahren in den USA auf den Markt gekommen und jetzt auch in Deutschland verfügbar. Dass Patienten davon profitieren werden, zeigen immer mehr Studiendaten.

Die Alltagstauglichkeit solcher Systeme wird in fünf Studien des International Diabetes Closed-Loop (iDCL) Programms firmenunabhängig untersucht. In der ersten Studie hat sich jetzt ein künstliches Pankreas im Vergleich zur bestmöglichen Alternative – der sensorunterstützten Pumpentherapie – bewährt: Typ-1-Diabetiker konnten damit binnen sechs Monaten ihre tägliche Zeit mit normalen Zuckerwerten erheblich verlängern. Schwere Hypoglykämien traten nicht auf, allerdings ein Fall von Ketoazidose.

Viele Entwicklungen sind noch nötig, bis die Systeme automatisch die ganze Insulinversorgung von Patienten abdecken können: gebraucht werden ultraschnelle Insuline, präzisere Glukosesensoren, flexible Algorithmen zur Insulinfreisetzung in komplexen Situationen. Trotzdem: Ein umfassendes künstliches Pankreas ist in greifbare Nähe gerückt.

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