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Meningokokken-Impfung für viele Reisende ratsam

In Deutschland ist jetzt ein Impfstoff gegen Meningokokken B erhältlich. Reisemediziner raten Austauschschülern und Studenten zum Schutz. Darüber hinaus ist in Hochendemieregionen wie Afrika, Indien und dem Nahen Osten die Impfung zu empfehlen.

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DÜSSELDORF. Meningokokken-Bakterien sind weltweit verbreitet und können innerhalb weniger Stunden nach Ansteckung zu einer lebensbedrohlichen Meningitis oder Sepsis führen.

Rund zehn Prozent der Erkrankten sterben. Weitere zehn bis 20 Prozent tragen unheilbare Spätfolgen davon. Bislang konnte nur gegen die Meningokokken-Serotypen A, C, W135 und Y geimpft werden.

Jetzt ist auch eine Impfung gegen Meningokokken B möglich. Dieser Serotyp kommt vor allem in Mitteleuropa und Nordamerika vor, in Deutschland werden etwa 70 Prozent der Infektionen durch Meningokokken B ausgelöst.

Besonders Kleinkinder und Teenager erkranken

Zwei Altersgruppen sind besonders betroffen: Kleinkinder im ersten und zweiten Lebensjahr und Teenager. Reisende, die Regionen mit erhöhtem Meningokokken-Risiko oder aktuellen Ausbrüchen besuchen oder in Verbreitungsgebieten engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben - etwa Austauschschüler- und -studenten - ist ein möglichst umfassender Meningokokken-Impfschutz empfohlen, so das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung.

Meningokokken-Erkrankungen werden durch Neisseria meningitidis verursacht. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung tragen die Keime im Nasen-Rachen-Raum, ohne zu erkranken. Von den zwölf Serotypen sind die Serotypen A, B, C, W135 und Y weltweit für die Mehrzahl der Erkrankungen verantwortlich.

Übertragen werden Meningokokken-Bakterien über Schleimhautkontakt und Tröpfcheninfektion, also Küssen, Anhusten oder -niesen. Enger Kontakt, wie in Kitas oder in Gemeinschaftsunterkünften für Schüler und Studenten, kann die Verbreitung von Meningokokken begünstigen.

Impfkampagne an US-Universitäten

An zwei US-Universitäten kam es kürzlich zu einem Ausbruch von Meningokokken-B-Erkrankungen: An der Princeton University in New Jersey und an der University of California in Santa Barbara sind bislang insgesamt zehn Personen erkrankt.

Die Impfung gegen Meningokokken Typ B ist derzeit in den USA noch nicht im Handel. Um den Ausbruch einzudämmen, ist eine Impfkampagne mit dem importierten Impfstoff geplant, wie die US-Seuchenschutzbehörde CDC mitteilte.

In Europa und Nordamerika kommen vor allem die Meningokokken-Serotypen B und C vor. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 306 Erkrankungen registriert.

Sahel-Zone ist "Meningitis-Gürtel"

Weitaus mehr Fälle gibt es in Asien und Afrika: Als Risikogebiete gelten die Sahel-Zone, auch "Meningitis-Gürtel" genannt, sowie Teile Ost- und Nordafrikas. Auch im Nahen Osten und in Saudi-Arabien ist die Erkrankung verbreitet, ebenso sind Ausbrüche in Nepal und Nordindien bekannt.

"Wer in eine Regionen mit erhöhtem Meningokokken-Risiko oder einem aktuellen Ausbruch reist, oder aber einen längeren Aufenthalt in Verbreitungsgebieten plant und engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung hat, sollte einen möglichst umfassenden Meningokokken-Impfschutz haben - also gegen alle derzeit impfpräventablen Serotypen A, B, C, W135 und Y geimpft sein", sagt Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM. Hierzu sollten sich Reisende von einem Reisemediziner beraten lassen.

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts derzeit nur die Meningokokken C-Impfung.

Die Sächsische Impfkommission wird die neue Meningokokken-B-Impfung ab dem 1. Januar 2014 in ihre Impfempfehlungen für das Bundesland Sachsen aufnehmen. (eb)

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