Mesalazin als neue Therapie bei Reizdarm?

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GLASGOW (sec). Nach einer Pilotstudie könnte sich Mesalazin zur Therapie bei Reizdarmsyndrom eignen. In der Studie von Forschern der Universität von Bologna haben 20 Patienten mit Reizdarmsyndrom acht Wochen lang dreimal täglich 800 mg Mesalazin oder Placebo eingenommen.

Dabei sei unter Mesalazin ein Rückgang der Immunzellinfiltration in die Mukosa dokumentiert worden, besonders ein Rückgang der Mastzellinfiltration (Aliment Pharmacol Ther 30, 2009, 245). Unter der Therapie besserte sich auch das Allgemeinbefinden der Patienten im Vergleich zu Placebo. Sichere Aussagen zum Effekt von Mesalazin etwa auf Bauchschmerzen und Stuhlfrequenz waren aufgrund der geringen Patientenzahlen nicht möglich.

Hintergrund der Pilotstudie seien Erkenntnisse, nach denen der viszerale Schmerz bei Reizdarmsyndrom eng mit einer geringgradigen intestinalen Entzündung zusammenhängt, teilt das Unternehmen Dr. Falk Pharma aus Anlass der Vorstellung der Studie bei einem Symposium in Glasgow mit. Die Zahl der Immunzellen in der Darmmukosa sei bei Reizdarm-Patienten zwar niedriger als bei aktiver oder inaktiver Colitis ulcerosa, aber höher als bei gesunden Kontrollpatienten.

Die Entzündung beim Reizdarmsyndrom könne mehrere Ursachen haben, allen voran eine Gastroenteritis als Folge einer mikrobiellen Darminfektion, die zu einem postinfektiösen Reizdarmsyndrom führt. Als weitere Auslöser wurden in Glasgow Stress, Lebensmittelallergien oder Veränderungen der Darmflora genannt. Wichtig sei, daran zu denken, dass das Reizdarmsyndrom bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung auftreten und einen Schub vortäuschen könne.

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