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Mit Extra-Kurs für alte Diabetiker gelingt die Einstellung besonders gut

MAGDEBURG (hbr). Für Diabetiker ist es wichtig, mit ihrer Krankheit möglichst selbstständig umzugehen. Dazu brauchen sie eine Diabetesschulung. Doch die üblichen Kurse sind für alte Menschen oft zu schwierig. Speziell für sie wurde deshalb das Schulungsprogramm SGS erarbeitet.

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SGS steht für "strukturiertes Schulungsprogramm für geriatrische Patienten mit Typ-2-Diabetes" (wir berichteten). Es berücksichtigt die besonderen Anforderungen bei alten Patienten. So verlangsamt sich im Alter das Tempo der Informationsverarbeitung, und die Merkfähigkeit nimmt ab. Kognitive Defizite, nachlassendes Gehör und schlechte Augen erschweren das Lernen, so Jürgen Hildebrand aus Thale.

Die SGS-Schulung folgt dem Motto: "So einfach wie möglich und so detailliert wie nötig". Das gilt für alle Themen, von der richtigen Ernährung über die Behandlung bis zur Fußpflege. Vermittelt wird nur Basiswissen, das die Patienten im Alltag brauchen und umsetzen können. So ist nicht von Portionen in Gramm die Rede, sondern von einer Scheibe Brot oder einer Handvoll Obst. Durch häufige Wiederholungen lässt sich alles leichter merken.

Abbildungen mit großer Schrift auf einem aufgestellten Papierblock und im Patientenbuch machen klar, dass hohe Zuckerwerte das Befinden verschlechtern, weil sie Gedächtnisstörungen, Schwindel, Harninkontinenz und Sturzrisiko fördern. "Das interessiert alte Menschen mehr als die physiologischen Hintergründe der Zuckerverwertung", betont Hildebrandt bei einer Veranstaltung von Berlin-Chemie in Magdeburg. Das Unternehmen hat das von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgearbeitete Programm unterstützt.

Mancher Patient traue sich wegen seiner Symptome kaum noch aus dem Haus, so Hildebrand. Bessere Zuckerwerte können die Beschwerden verringern und ein aktiveres Leben ermöglichen.

Die Schulung eignet sich für Patienten, deren kognitive Leistung im Mini-Mental-Status-Test 15 bis 30 Punkte beträgt. Eine Studie belegt im Vergleich zu einer Standardschulung eine signifikant stärkere HbA1c-Senkung (-0,5 vs. -0,1 Prozent). Außerdem konnten mehr Patienten selbstständig Insulin injizieren und den Blutzucker messen. Die Teilnehmer müssen ausreichend gut hören und sehen. Die Einladung zur Schulung sollte sie deshalb auch dazu auffordern, die Brille mitzubringen. Patienten ohne Insulintherapie bekommen sechs Einzelstunden; Teilnehmer mit Insulintherapie lernen in Gruppen zu viert bis sechst eine Stunde länger.

Weitere Informationen unter www.diabetes-im-alter.de

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