Narben am Ohr

Mit Flüssigstickstoff gegen Keloide

Narbenkeloide am Ohr, etwa nach Piercing, lassen sich am besten mit Exzision plus Vereisung mit Flüssigstickstoff behandeln.

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ROUEN. Der "Blumenkohl" hinter dem Ohr ist für viele Patienten nicht nur äußerlich störend.

Häufig ist das hypertrophierte Narbengewebe - entstanden nach einer Otoplastie oder als Resultat eines Piercings - außerdem mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie Juckreiz oder Schmerzen verbunden.

Die Keloide lassen sich zwar herausschneiden; sie kommen danach aber meist wieder. Und auch mit Steroidinjektionen, Strahlen oder Lasertherapie kam man den Gewächsen bislang nur unzureichend bei.

Französische Dermatologen von der Uniklinik in Rouen haben nun ein kombiniertes Verfahren getestet, bei dem die Läsion zunächst chirurgisch exzidiert und die offene Wunde unmittelbar anschließend für etwa 30 Sekunden mit Flüssigstickstoff vereist wird (JEADV 2013. online 3. Oktober 2013).

So behandelt wurden 66 Patienten mit insgesamt 97 Keloiden, hauptsächlich hinter dem Ohr oder am Ohrläppchen. Die Hälfte der Patienten klagte über Juckreiz, bei jedem fünften verursachte die Wucherung Schmerzen.

"Versagerquote" bei 15 Prozent

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Schon nach der ersten Therapiesitzung mit Exzision und Kryotherapie waren 85 Keloide (88 Prozent) um mindestens 50 Prozent zurückgegangen.

Davon bildeten sich 31 (36 Prozent) innerhalb eines Jahres wieder neu, knapp die Hälfte davon allerdings in so geringem Ausmaß, dass die Patienten auf einen erneuten Eingriff verzichteten.

Die restlichen 19 Rezidive wurden erneut mit der Kombi-Therapie behandelt. Danach waren 14 um mindestens 80 Prozent reduziert.

Nach 43 Monaten lag die Erfolgsrate (Rückgang um mindestens 80 Prozent) bei 71 Prozent. In den allermeisten Fällen (81 Prozent) hatte dafür eine Sitzung genügt.

Die "Versagerquote" lag letztlich bei 15 Prozent, wobei die Autoren um Noémie Litrowski auch diejenigen Patienten mitgerechnet hatten, die ihnen im Laufe der Nachbeobachtung verloren gegangen waren.

Wie die Forscher berichten, waren bei drei Patienten mit riesigen Wucherungen nach dem Eingriff Teile vom Ohr abgefallen. Dennoch habe sich die Ästhetik bei diesen Patienten im Vergleich zum vorherigen Zustand deutlich verbessert.

Weniger Juckreiz nach Operation

Andere Nebenwirkungen waren vorübergehende Schmerzen und fokale Hypästhesien (sechs bzw. zwei Patienten). Bei den meisten Patienten hatten sich jedoch Schmerzen und Juckreiz im Anschluss an die Behandlung gebessert.

An anderen Körperstellen scheint die Methode deutlich weniger gut zu funktionieren, schränken Litrowski und Kollegen ein; dies hätten frühere Versuche gezeigt. Eine Erklärung hierfür haben die Forscher nicht.

Die Erfolge am Ohr dagegen würden möglicherweise sogar unterschätzt: Die Mehrzahl der in ihrer Spezialabteilung behandelten Patienten, so die Dermatologen, hätten auf frühere Behandlungen nicht oder nur wenig angesprochen. (eo)

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