Impfen

Mit Kleinkindern nicht in Malaria-Endemiegebiete!

Bei Reiseplanungen sollte die Frage, welchen Nutzen das Kind von der Reise hat, im Vordergrund stehen. Lange Flugreisen bedeuten für Kleinkinder und meist auch für die Mitreisenden eine Tortur. Urlaubsaktivitäten wie Tauchen oder Dschungel-Trekking sind für jüngere Kinder ungeeignet.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht: 01.03.2010, 05:00 Uhr

Durch Infektionen, Unfälle sowie klimatische Bedingungen sind Kinder in erhöhtem Maße gefährdet. Deshalb sollte bei der Auswahl des Reiseziels ein besonderes Augenmerk auch auf die medizinische Versorgung vor Ort gerichtet werden. Zusätzlich zu den Standardimpfungen nach STIKO gelten erweiterte Impfempfehlungen abhängig von Reiseziel, -dauer und -art ähnlich wie bei den Erwachsenen.

Besonders beachtet werden muss aber das Mindestalter, welches für viele Impfstoffe gilt. So darf eine Gelbfieberimpfung nach Herstellerangaben frühestens ab einem Alter von sechs Monaten durchgeführt werden. Und Polysaccharid-Impfstoffe wie zum Beispiel die parenterale Typhus-Impfung wirken bei Kindern unter zwei Jahren nicht ausreichend immunogen.

Auf Reisen in Malaria-Endemiegebiete sollte mit Säuglingen und Kleinkindern verzichtet werden. Denn in solchen Regionen kann eine Malaria tropica zu fulminanten Verläufen mit hohem Komplikationsrisiko führen. Besonderer Wert ist auf den Mückenschutz zu legen, da Kinder nicht nur durch eine Malaria, sondern auch durch andere Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie das Dengue-Fieber, verstärkt gefährdet sind.

Eine Malaria-Chemoprophylaxe wird bei Kindern in gewichtsentsprechender Dosierung durchgeführt, Alters- und Gewichtsuntergrenzen für die einzelnen Mittel müssen beachtet werden. Eine Stand-by-Therapie sollte im Kindesalter nur absoluten Notfällen vorbehalten sein. Vordringlich ist bei Malaria-Verdacht die fachgerechte Diagnostik und gegebenenfalls die Behandlung.

Mehr Informationen zur Reisemedizin gibt es auf: www.crm.de

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