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Therapieoption

Mit Zika-Viren gegen das Glioblastom?

Ausgerechnet das Zika-Virus, das bei Ungeborenen schwere Hirnfehlbildungen auslösen kann, hat sich im Tiermodell als effektive Therapieoption bei Glioblastomen herausgestellt.

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SAN DIEGO. Es ist dafür berüchtigt, bei ungeborenen Kindern schwere Fehlbildungen des Gehirns wie Mikrozephalie auszulösen. Doch eben diese Eigenschaft macht das Zika-Virus (ZIKV) nun zu einer Therapieoption bei Patienten mit Glioblastom. Denn das Virus greift genau jene Zellen an, die die Behandlung des Glioblastoms so schwierig machen: Tumorstammzellen, die sich einer klassischen Therapie mit Bestrahlung und Chemotherapie oft entziehen.

Bei Föten schädigt das ZIKV das Gehirn, indem es spezifisch neurale Stammzellen und Vorläuferzellen infiziert, den Tod dieser Zellen induziert und so Hirnfehlbildungen auslöst. Für erwachsene Personen ist der Erreger hingegen wohl weniger gefährlich, da ihr Gehirn nur wenig aktive Stammzellen besitzt.

Ähnliche Marker wie bei neuralen Stammzellen im Gehirn

Die Wissenschaftler um Dr. Zhe Zhu von der University of California in San Diego machten sich nun den Umstand zunutze, dass die neuralen Stammzellen im Gehirn von Ungeborenen ähnliche Markerproteine tragen wie die Krebsstammzellen des Glioblastoms.

Bei ihren Versuchen stellten sie fest, dass das ZIKV in Tumorgeweben von Glioblastom-Patienten gezielt die Tumorstammzellen infizierten und abtöteten, ohne die übrigen Nervenzellen zu schädigen (JEM 2017; online 5. September).

Auch im Tiermodell zeigten sich positive Effekte: Als die Wissenschaftler Mäuse, die an einem Glioblastom erkrankt waren, mit einem an Mäuse angepassten ZIKV-Stamm infizierten, verlangsamte der Erreger das Tumorwachstum. Zudem überlebten die infizierten Tiere länger als Artgenossen, die nicht mit dem ZIKV infiziert worden waren.

"Genetisch modifizierte und damit sichere ZIKV-Stämme könnten in Zukunft zur onkolytischen Virustherapie bei Glioblastomen eingesetzt werden", so die Hoffnung der Forscher. Ihrer Meinung nach könnte eine Infektion mit einem solchen modifizierten Virus einen zusätzlichen Effekt zur klassischen Bestrahlung haben und so die Erfolgschancen der Therapie erhöhen. (bae)

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