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Mit dem CyberKnife gegen Lebermetastasen

Die CyberKnife-Technik hält auch bei der Therapie von Patienten mit Lebermetastasen Einzug. Der "Trick" ist ein Verfahren, das die atmungsabhängigen Bewegungen der Leber nivelliert.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

BERLIN. Bei der weltweit seit 2001 und in Deutschland seit 2005 verfügbaren CyberKnife-Technik kann eine sehr hohe Strahlendosis sehr gezielt auf das Tumorgewebe gerichtet werden. Bisherige Indikationen waren vor allem Tumoren im Gehirn und an der Wirbelsäule. "Durch eine innovative Robotersteuerung ist es jetzt gelungen, auch die Leber als mögliches Zielorgan zu erreichen", erläuterte Dr. Alexander Muacevic vom European CyberKnife Center in München im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Ein Roboter korrigiert sofort Abweichungen

Die Steuerung ist dabei so angelegt, dass sie einerseits Atembewegungen antizipiert, andererseits aber auch Kontrollmessungen macht, um kontinuierlich zu überprüfen, ob Zielgewebe und Tumorgewebe noch übereinstimmen.

Dosisverteilung im bestrahlten Gewebe.

Gibt es Abweichungen, wird das vom Roboter sofort korrigiert. Die Lageinformationen werden dabei über zwei Sensorsysteme geliefert, einen Goldmarker, der CT-gesteuert perkutan in den Tumor platziert wird und ein LED-System, das außen auf dem Brustkorb befestigt wird. "Die Flexibilität ist damit sehr viel größer als etwa bei der intensitätsmodulierten Radiotherapie, bei der die Gantry zwar auch beweglich ist, sich im Wesentlichen aber nur drehen kann", so Muacevic.

In München wurden jetzt in einer Pilotstudie 14 Patienten mit Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms mittels CyberKnife-Technik bestrahlt. Muacevic, Dr. Sebastian Stintzing vom Klinikum Großhadern und ihre Kollegen haben darüber im European Journal of Cancer (2010, 46/6: 1026) berichtet.

Vorbereitung für die robotergesteuerte Therapie.

"CRC-Metastasen sind in diesem Kontext relativ schwierig, weil sie weit um den Herd herum streuen. Wir müssen das Volumen also einerseits großzügig wählen, dürfen aber andererseits das umgebende Gewebe nicht gefährden", schreiben sie in ihrer Veröffentlichung.

Die Resultate waren ermutigend: Bei 87 Prozent der Patienten, die im Median 16,8 Monate beobachtet wurden, war der Tumor nach einem Jahr noch lokal kontrolliert (primärer Studienendpunkt). Das progressionsfreie Überleben lag im Median bei 9,2 Monaten. Zwei Patienten (14 Prozent) starben im Studienzeitraum.

Auf dem Plan: Vergleich mit Radiofrequenzablation

Acht Monate nach der Behandlung.

"Die Ergebnisse bei der lokalen Kontrollrate liegen im Rahmen dessen, was bei diesen Patienten mit einer Op erreicht werden kann", so Muacevic. Für eine genaue Einordnung des Verfahrens sei die Studie aber zu klein gewesen. Deswegen wird es jetzt weitere Untersuchungen geben, um das CyberKnife mit anderen verfügbaren Methoden besser vergleichen zu können. "Die nächste Stufe ist eine Vergleichsstudie zusammen mit Onkologen und Radiologen des Klinikums der Uni München zwischen CyberKnife und Radiofrequenzapplikation (RFA), wobei wir hier Patienten mit Lebermetastasen unterschiedlicher Primärtumoren zulassen werden", so Muacevic.

Grundsätzlich gehen die Ärzte davon aus, dass das CyberKnife - wie die RFA - bei ausgewählten Patienten nicht nur in palliativer, sondern auch in kurativer Intention eingesetzt werden kann, ähnlich wie das auch bei Operationen von Patienten mit Lebermetastasen der Fall ist. Muacevic: "Was wir bisher sagen können ist, dass wir Patienten haben, bei denen die Erkrankung schon jahrelang unter Kontrolle ist. Das beweist noch nicht, dass wir kurativ waren, aber es sieht zumindest ganz gut aus."

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