Direkt zum Inhaltsbereich

Mit neuem Prinzip gegen zu viele Pfunde

WIESBADEN (ej). "Rimonabant ist ein vielversprechendes neues Therapieprinzip zur medikamentösen Behandlung bei viszeraler Adipositas", sagte Professor Hans Hauner aus München. Wie die Daten des RIO-(Rimonabant in Obesity) Studienprogramms bei über 6600 Teilnehmern belegen, fördert der selektive Cannabinoid-Rezeptor-Blocker die Gewichtsabnahme und senkt die metabolischen Risikofaktoren.

Veröffentlicht:

Obwohl Adipositas mit vielen Komorbiditäten und erhöhter Sterberate einhergeht, schaffen es nur wenige, dauerhaft abzuspecken. "Im Prinzip sind wir mit unseren bisherigen Beratungsprogrammen zur Lebensstiländerung gescheitert", räumte Hauner, Ernährungsmediziner und Diabetologe an der TU München auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis zum Internistenkongreß ein. Um so größer ist die Hoffnung, daß mit Rimonabant ein wirksames Therapieprinzip gegen abdominelle Adipositas gefunden ist.

Zentrale und periphere Rezeptoren werden blockiert

Rimonabant ist der erste Vertreter einer neuen Substanzklasse, die als selektive CB1-(Cannabinoid-Rezeptor-Blocker) bezeichnet werden. Durch Blockade zentraler und peripherer CB1-Rezeptoren im Endocannabonid-System reduziert es den Appetit, senkt das Gewicht und verbessert die metabolischen Risikofaktoren.

Wie stark diese Wirkungen langfristig sind, belegen die Daten des weltweiten RIO-(Rimonabant in Obesity)Studienprogramms, in dem die Wirksamkeit der neuen Substanz bei mehr als 6 600 übergewichtigen und adipösen Patienten untersucht wurde. Die Teilnehmer der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien (BMI 27 bis 40 kg/m2) erhielten zusätzlich zur Therapie eine mäßig hypokalorische Diät, die einem Energiedefizit von 600 kcal/Tag entsprach.

Wie die Einjahresdaten der RIO-Europa-Studie bei 1507 Teilnehmern belegen, bewirkten täglich 20 mg Rimonabant eine Gewichtsreduktion von 8,6 kg im Vergleich zu 3,6 kg in der Placebogruppe. Dieser Erfolg ließ sich im zweiten Behandlungsjahr halten. Als häufigste unerwünschte Arzneimittelwirkungen wurden Übelkeit, Schwindel, Diarrhö und Erbrechen genannt. Sie waren meist mild und vorübergehend.

Behandlung erhöhte die Insulinsensitivität

"Beachtenswert ist, daß der Effekt auf den Fettstoffwechsel denjenigen bei alleiniger Gewichtsabnahme signifikant übersteigt", betonte Hauner. Bei dem mit 20 mg behandelten Rimonabant-Patienten, die die Studie abschlossen, verringerte sich der Taillenumfang um 7,5 cm (im Vergleich zu 3,4 bei Placebo), das HDL-Cholesterin erhöhte sich um 28 Prozent (im Vergleich zu 17 Prozent bei Placebo), und die Triglyzeride sanken um 8,8 Prozent (im Vergleich zu plus 6,6 bei Placebo).

Last but not least wurde die Insulinsensitivität ebenfalls erhöht. Somit könnte Rimonabant nicht nur die Taille schmälern, sondern auch das kardiovaskuläre Risiko senken.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Lesetipps