Mittel gegen ADHS wirkt über 24 Stunden

HAMBURG (nke). Atomoxetin ist eine wichtige Alternative in der medikamentösen Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Der Vorteil dieser Substanz ist die kontinuierliche Wirkung.

Veröffentlicht:

Die ADHS-Symptome können durch den selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer über den ganzen Tag reduziert werden. Sogar noch am Morgen nach der Einnahme ist im Vergleich zu Placebo eine Wirkung vorhanden, wie Dr. Andrea Caby bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Lilly in Hamburg berichtet hat.

Diese Beobachtung hat sich in ihrer seit zwei Jahren dauernden Studie bestätigt, wie die Wissenschaftlerin vom Marienkrankenhaus Papenburg-Aschendorf sagte.

Caby hat Daten von 60 Kindern mit ADHS im Alter von sechs bis 18 Jahren gesammelt, die durchschnittlich 228 Tage lang mit Atomoxetin (Strattera®) behandelt wurden. Nach Angaben der Kinder- und Jugendärztin verlief die Behandlung bei mehr als zwei Dritteln der Kinder erfolgreich.

Mit Atomoxetin gibt es nach dem Aufstehen weniger Streß

Die Eltern berichteten zum Beispiel, daß es beim Aufstehen weniger Streß gebe, daß sich die Kinder in der Schule weniger auffällig verhielten, tagsüber weniger ‚Zündstoff‘ lieferten und besser schliefen. "Verglichen mit Psychostimulantien tritt die Wirkung langsamer ein", so Caby. Bis sich der Effekt voll entfaltet, dauert es etwa acht bis zwölf Wochen. So viel Geduld müßten Eltern und Kinder zu Beginn der Therapie mitbringen.

Die Behandlung sollte so lange wie nötig dauern, jedoch mindestens ein Jahr. Einen Auslaßversuch rät Caby in die Schulferien zu legen. "Entscheidend ist", so die Kinder- und Jugendärztin, "die Zeit der Therapie für begleitende Maßnahmen zu nutzen, zum Beispiel Konzentrationstraining oder Ergotherapie."

Denn diese Verfahren seien oft erst während einer Medikation erfolgreich. Caby: "Nicht jedes Kind braucht Arzneimittel. Aber wenn ein Kind einen langen Leidensweg hinter sich hat, andere Maßnahmen versucht wurden und Ausgrenzung droht, dann heißt es rasch handeln." Allerdings sollte vor der Einstellung auf ein Medikament grundsätzlich ein Facharzt einen ADHS-Verdacht abklären.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein