MRSA

Mobiles DNA-Molekül verbreitet Resistenz-Gen

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FRANKFURT AM MAIN. Forscher aus Frankfurt am Main haben identifiziert, mit welchen Verbreitungsmechanismen multiresistente Keime ihre Antibiotikaresistenz auf Darmbakterien streuen (Clinical Infectious Diseases 2015; online10. März).

Infektionen mit hochresistenten Darmkeimen führen weltweit ja zu großen krankenhaushygienischen Problemen. Im Januar 2015 kam es am Uniklinikum Kiel zu einem Ausbruch mit dem Bakterium Acinetobacter baumannnii 4MRGN (wir berichteten).

Es enthielt ein bestimmtes bakterielles Enzym, ein sogenanntes Carbapenemase-Resistenzgen.

Ausgehend von der Darmflora eines Patienten des Uniklinikums Frankfurt sei nachgewiesen worden, dass der resistente Keim Klebsiella pneumoniae das Carbapenemase-Resistenz-Gen OXA-48 an zuvor nichtresistente E. coli-Bakterien im Darm des Patienten weitergegeben hat, teilt das Universitätsklinikum Frankfurt mit.

Übertragen wurde das Gen auf einem mobilen DNA-Molekül, einem sogenannten Plasmid. Um diesen Befund zu bestätigen, hätten die Forscher zwei neuartige Versuchsmodelle entwickelt.

Damit konnten sie zeigen, dass der Darmkeim das Resistenzgen mithilfe des mobilen Plasmids höchsteffektiv auf die Bakterien der Darmflora übertragen kann.

Die Folge ist eine Multiresistenz der Darmbakterien. "Im Licht der neuen Erkenntnisse stellt sich die Frage, ob möglicherweise der Verbreitung von Resistenzgenen durch mobile Plasmide - ein Prozess, den man als Plasmidhospitalismus bezeichnet - eine wesentlich größere Aufmerksamkeit in der Krankenhaushygiene zukommen sollte", wird Professor Volkhard A. J. Kempf , Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, in der Mitteilung zitiert.

Mithilfe der neu etablierten Versuchsmodelle wollen die Frankfurter Forscher in Zukunft untersuchen, warum sich bestimmte Resistenzgene besonders gut und andere wiederum gar nicht ausbreiten können.

Mit diesen Erkenntnissen soll die Prävention hochresistenter Krankenhauskeime weiter verbessert werden. (eb)

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