Neue Bestätigung: Sartan bremst Progression der Nephropathie

MÜNCHEN (Rö). Der Angiotensin-II-Antagonist Telmisartan beugt bei Typ-2-Diabetikern einer Nephropathie vor. Das hat jetzt eine Studie mit Japanern erneut bestätigt.

Veröffentlicht:

In die doppelt-blinde, Placebo-kontrollierte Studie INNOVATION* waren Typ-2-Diabetiker mit Mikroalbuminurie aufgenommen worden. Ein Teil von ihnen hatte Bluthochdruck. 527 Patienten wurden einer von drei Therapie-Gruppen zugeordnet. Sie bekamen 40 mg Micardis®, 80 mg der Substanz oder Placebo. Primärer Endpunkt war der Übergang zu einer offenen Nephropathie. Einige Studiendaten wurden bei einem Symposium des Unternehmens Boehringer Ingelheim zur Hochdruckliga-Tagung in München vorgestellt.

Eine offene Nephropathie nach fast zwei Jahren Therapie hatten 17 Prozent der Hypertoniker aus der 80 mg-Gruppe. In der 40 mg-Gruppe waren 23 Prozent betroffen; mit Placebo 50 Prozent. Auch die Studienteilnehmer mit normalem Blutdruck profitierten von der Therapie: Eine offene Nephropathie bekamen 11 Prozent der Teilnehmer in der 80 mg-Gruppe, in der 40 mg-Gruppe waren es 21 Prozent. Dagegen waren in der Placebo-Gruppe 44 Prozent betroffen, wie Professor Roland Schmieder von der Uni Erlangen berichtet.

Dass Telmisartan bei Typ-2-Diabetikern mit Hochdruck die Nieren in einem gleichen Ausmaß schützt wie der ACE-Hemmer Enalapril war bereits in der DETAIL*-Studie nachgewiesen worden. An dieser Studie hatten 250 Typ-2-Diabetiker mit Hochdruck teilgenommen. Primärer Endpunkt war die Änderung der glomerulären Filtrationsrate gewesen.

Die neue Studie Innovation ist Bestandteil des PROTECTION-Studienprogrammes, mit dem derzeit das Potenzial von Telmisartan beim Organschutz untersucht wird.

*INNOVATION: INcideNt to OVert: Angiotensin II receptor blocker, Telmisartan, Investigation On type II diabetic Nephropathy

*DETAIL: Diabetics Exposed to Telmisartan And Enalapril



STICHWORT

Nephropathie bei Diabetikern

Diabetes ist in Deutschland die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen. Etwa 90 Diabetiker pro eine Million Einwohner werden jedes Jahr dialysepflichtig. Zur Früherkennung eines Funktionsverlustes der Nieren wird bei jedem Diabetiker einmal im Jahr ein Nierencheck mit Tests auf Mikroalbuminurie und Serum-Kreatinin empfohlen. Deutet sich ein Funktionsverlust an, wird rechtzeitig eine intensive Behandlung möglich. Dazu gehört außer einer optimalen Blutzuckereinstellung eine konsequente Blutdrucksenkung unter 120/80 mmHg.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Schlechte Umweltverträglichkeit von künstlichen Süßstoffen

Künstliche Intelligenz

Algorithmen-gestützte Telemedizin bei Typ-1-Diabetes im Kommen

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten