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Verdacht auf Lungenembolie

Neue Leitlinie gibt Tipps zur Bildgebung

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BERLIN. Bei Verdacht auf Lungenembolie (LE) sollte bildgebende Diagnostik besonders bei Schwangeren wegen der nur geringen Strahlenbelastung mit Szintigraphie erfolgen.

So lege es die neue deutsche Leitlinie zur "Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie" fest, meldet der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN).

"In der Schwangerschaft sind die Brüste sehr empfindlich, da ist das Sicherheitsprofil der Szintigraphie mit Blick auf die Brustkrebsgefahr günstiger als eine CT", wird der BDN-Vorsitzende Professor Detlef Moka zitiert. "Das gilt darüber hinaus für alle Frauen bis zum Alter von 50 Jahren, deren Brustgewebe noch hormonell aktiv ist."

"Die Strahlenbelastung der Lungenszintigraphie entspricht der Dosis von Röntgenaufnahmen und liegt damit unterhalb der jährlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland." Konkret: Die Strahlenbelastung der Lungenszintigraphie beläuft sich auf ein bis zwei mSv (milli-Sievert), jeder Mensch ist einer natürlichen Strahlung ausgesetzt, die etwa zwei mSv pro Jahr beträgt.

"Ein negativer Effekt für das ungeborene Kind durch die nuklearmedizinische Untersuchung ist nicht nachweisbar", so Moka. Gerade bei jüngeren Frauen während der Schwangerschaft und im Wochenbett sei die Gefahr einer Lungenembolie aufgrund hormoneller Veränderungen und der Zunahme des Blutvolumens besonders hoch; in dieser Lebensphase zähle die Venenthrombose mit Lungenembolie zu den führenden Todesursachen.

Auch bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird bei Verdacht auf Embolie zur Szintigraphie geraten. "Bei ausgeprägter Nierenschwäche kann das Kontrastmittel, das bei einer CT-Untersuchung gegeben wird, zu einem Nierenversagen führen", begründet Moka.Auch Patienten mit Schilddrüsenerkrankung sollten von einer CT Abstand nehmen.

Da die meisten Röntgen-Kontrastmittel Jod enthalten, kann die Untersuchung eine Schilddrüsenüberfunktion provozieren – mit beispielsweise Herzrhythmusstörungen als mögliche Folge. Hier rät die neue Leitlinie ebenfalls zur Szintigraphie.

Anders die Situation bei ansonsten gesunden Patienten mit Verdacht auf LE: "In diesen Fällen ist eine CT angezeigt", so Moka in der Mitteilung. Gleiches gelte bei älteren herzkranken Männern mit LE-Symptomen. Moka: "Weil verschiedene Ursachen in Frage kommen, sind die Herzultraschalluntersuchung oder eine CT besser geeignet, um die Diagnose abzusichern." (mal)

Die Leitlinie im Web: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/065-002.html

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