Onkologie

Neue Leitlinie zum Prostata-Ca ist da

Das Update der S3-Leitlinie zum Prostata-Ca berücksichtigt auch neue Erkenntnisse zu Radiatio und Pharmakotherapie.

Veröffentlicht: 06.01.2017, 11:15 Uhr

BERLIN. Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im Dezember 2016 eine Aktualisierung der S3-Leitlinie zur "Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" vorgelegt, meldet die Deutsche Krebsgesellschaft.

Beim Update wurden unter anderem Neuerungen in der Primär- und Rezidivdiagnostik sowie aktuelle Erkenntnisse in der Strahlentherapie und der medikamentösen Behandlung des Prostatakarzinoms berücksichtigt.

Zu den bestehenden diagnostischen Optionen sei unter anderem die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie hinzugekommen, so die Krebsgesellschaft. Während ultraschallgestützter Gewebeentnahme ermöglicht diese Technik die gezielte Ausrichtung der Biopsienadel auf Herde, die zuvor in einer MRT auffällig geworden sind.

Neue Varianten der PET können außerdem gezielt Prostatakrebszellen nach einem Rückfall aufspüren, und zwar mithilfe eines radioaktiven Markers, der das Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) erkennt.

Hypofraktionierte Therapiekonzepte

Im Bereich der Therapie werden derzeit vermehrt hypofraktionierte Therapiekonzepte diskutiert, bei der man die erforderliche Strahlendosis in kürzerer Zeit als bei konventioneller Radiatio verabreicht.

Außerdem haben Studien mittlerweile gezeigt, dass Patienten in gutem Allgemeinzustand mit metastasiertem hormonsensitiven Prostata-Ca von einer kombinierten Hormon-Chemotherapie mit Docetaxel profitieren.

"Bei der Überarbeitung der Leitlinie haben wir diese diagnostischen und therapeutischen Verfahren priorisiert und aus den besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenzen Empfehlungen für ihren Einsatz abgeleitet", wird Professor Manfred Wirth vom Uniklinikum Dresden, Koordinator der Leitlinie, zitiert.

Das Gesamtkonzept für die Aktualisierung der Leitlinie sei das einer "living guideline" mit einer geplanten modularen Überarbeitung in ein- bis zweijährigen Abständen. (eb)

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