Direkt zum Inhaltsbereich

WHO-Warnung

Neue Poliofälle in Kamerun

Drei weitere Fälle: In Kamerun gibt es offenbar einen kleineren Polioausbruch. Die WHO hat die Warnstufe angehoben.

Veröffentlicht:
Protest: Ein Kind in Zentralafrika wird gegen Polio geimpft.

Protest: Ein Kind in Zentralafrika wird gegen Polio geimpft.

© Olivier Asselin / Unicef / dpa

GENF. In Kamerun hat es drei neue Poliofälle gegeben. Seit Anfang Januar wurde aus dem Nordwesten, der Mitte und der Region Adamaoua je ein Infektionsfall mit Poliowildviren (WPV) des Serotyps 1 gemeldet, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montagabend in Genf mit.

Damit ist die Zahl der Poliomyelitisfälle in dem zentralafrikanischen Staat seit Oktober vergangenen Jahres auf insgesamt sieben gestiegen. Im Oktober wurden bereits vier Erkrankungen aus dem Westen des Landes gemeldet. In allen Fällen liege eine paralytische Poliomyelitis vor.

Laut WHO sprechen genetische Untersuchungen der Isolate dafür, dass die Wildtypviren bereits seit längerem unerkannt in dem Land zirkulieren. Für die Jahre 2010 bis 2012 hatte die WHO keine Poliofälle in der Republik Kamerun verzeichnet. In dem Land leben rund 20 Millionen Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Poliorisikoeinschätzung für Kamerun auf "sehr hoch" angehoben.

Seit dem ersten Auftreten der neuen Fälle im vergangenen Oktober wurden in Kamerun drei landesweite Impfkampagnen durchgeführt. Eine weitere ist Anfang März angelaufen. Laut der WHO sind schätzungsweise rund 40 Prozent der Kinder in dem Land jedoch nicht ausreichend gegen Polio geschützt.

Ein Hauptgrund dafür sind den Angaben zufolge fehlende Besuche der Impfteams in den Haushalten. Knapp die Hälfte aller nicht geimpften Kinder sei bislang nicht von einem Impfteam aufgesucht worden.

Polio gilt weltweit nur noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria als endemisch. Wegen der regionalen Nähe ist es bei den neuen Fällen in Kamerun denkbar, dass die Polioviren aus Nigeria eingeschleppt wurden. Fälle von Infektionen mit eingeschleppten Poliowildviren werden seit geraumer Zeit zudem aus Syrien und Israel gemeldet. (nös)

Mehr zum Thema

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt