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Körpereigene Cannabinoide

Neuer Ansatz gegen Angst- und Stresserkrankungen

Sie sind wichtig fürs Gehirn und fürs Immunsystem: Endocannabinoide. Schweizer Forschern gelang es nun, deren System zu beeinflussen.

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BERN. Endocannabinoide wirken wie Cannabis oder Tetrahydrocannabinol (THC). Sie aktivieren spezifische Rezeptoren und hemmen so Entzündungen, stillen Schmerz und lösen Angst. Ihr großer Vorteil: Diese fettsäureähnlichen Substanzen werden in den Körperzellen nur bei Bedarf produziert. Anders als bei THC besteht keine Gefahr der Überdosierung.

Forscher der Universität Bern haben nun laut Mitteilung einen Weg gefunden, dieses System der körpereigenen Cannabinoiden in Tierversuchen zu beeinflussen. Sie sehen darin einen wichtigen Schritt für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Angstzustände und Stresserkrankungen. Ihre Studienergebnisse veröffentlichten sie aktuell im Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1704065114)".

Konkret gelang es den Wissenschaftlern erstmals, im Gehirn von Mäusen mittels neuartiger Inhibitoren (Hemmstoffen) den Transportweg von Endocannabinoiden zu blockieren. Dabei zeigte sich ein positiver Effekt auf das Stressverhalten und Immunsystem der Mäuse. Beobachtet wurden sowohl entzündungshemmende, schmerzstillende und angstlösende Effekte.

"Ich bin überzeugt, dass neben der Verabreichung von körperfremdem Cannabinoiden künftig für therapeutische Zwecke auch das Endocannabinoid-System gezielt aktiviert werden kann", sagt Studienleiter Jürg Gertsch vom Institut für Biochemie und Molekulare Medizin.

Andrea Chicca äußert sich laut Mitteilung zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren der molekulare Mechanismus des Endocannabinoid-Transporters entschlüsselt werden kann. Der Entwicklung neuer Medikamente stehe dann nichts mehr im Wege. (sts)

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