Direkt zum Inhaltsbereich

Aspartyl-Glukosaminurie

Neuer Ansatz gegen seltene Erbkrankheit

Kleine Moleküle könnten die Auswirkung einer Aspartylglukosaminurie aufgeheben.

Veröffentlicht:

GIESSEN. Ein Forscherteam der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat eine potenzielle Therapie für eine lysosomale Speichererkrankung entwickelt (Sci Rep 2016; online 23. November).

Den Forschern ist es gelungen, neue Erkenntnisse über die molekularpathologischen Vorgänge bei der Aspartylglukosaminurie (AGU) zu gewinnen und Substanzen zu identifizieren, die für eine Therapie geeignet sind, teilt die JLU mit.

Was ist AGU?

Die AGU ist eine seltene Erbkrankheit, die zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen im Kindesalter und zu einer verkürzten Lebenserwartung führt. Bei AGU-Patienten bleiben die Entwicklung der Sprache und der motorischen Fähigkeiten im frühen Kindesalter deutlich zurück.

Als Teenager sind die Patienten bereits schwer geistig behindert und weisen zudem körperliche Behinderungen auf. Die Erkrankung schreitet voran, sodass viele Patienten bereits vor dem 30. Lebensjahr sterben.

Die Erbkrankheit wird durch Mutationen in dem Gen für das Enzym Aspartylglukosaminidase (AGA) verursacht. Dieses Enzym liegt in Lysosomen vor und ist an der Beseitigung von überflüssig gewordenen Proteine beteiligt.

Fällt die Aktivität des Enzyms AGA aus, häufen sich diese Proteine an, führen zur Fehlfunktion des Lysosoms und schließlich zum Tod der Zelle.

AGA-Aktivität wiederherstellbar

Die Wissenschaftler haben die molekularen Auswirkungen der AGU-Mutationen auf das AGA-Enzym untersucht. Sie konnten zeigen, dass sich die fehlende AGA-Aktivität durch bestimmte kleine Moleküle teilweise wiederherstellen lässt, heißt es in der Mitteilung.

Es handelt sich dabei um sogenannte pharmakologische Chaperone, die bei durch Mutation veränderten Proteinen die korrekte Faltung ermöglichen. Da sie die Akkumulation der nicht abgebauten Proteine aufheben, seien die hier identifizierten Chaperone potenziell wirksam als Therapie bei AGU.

Die Chaperone seien bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen zugelassen; eine klinische Studie mit AGU-Patienten ist in Planung, teilt die JLU mit. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dosisabhängige Effekte

Rauchen verschlimmert Morbus Basedow

Orphan Drug

G-BA: Hinweis auf geringen Zusatznutzen für Olezarsen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Von DiGA bis Chatbot

Wie Dr. KI die rheumatologische Versorgung verbessert

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte